Uhrenarmband selbst wechseln
Bei vielen Uhren lässt sich das Armband zu Hause wechseln. Dafür brauchen Sie meist ein Federstegbesteck, mit dem Sie den Federsteg lösen, eine gefederte Metallstange, die das Band am Gehäuse hält. Messen Sie die Breite am Gehäuse, denn nur ein Band mit passender Breite sitzt sicher.
Messen Sie auch die Bandlänge. Wenn Sie die alte Schließe weiterverwenden möchten, messen Sie außerdem ihre Breite. Wählen Sie das Material danach aus, wie oft und zu welchen Anlässen Sie die Uhr tragen.
Anstoßbreite genau messen
Die Anstoßbreite ist der Abstand zwischen den Innenseiten der beiden Halterungen am Uhrengehäuse. Zwischen ihnen liegen die Bandenden und der Federsteg. Messen Sie den Abstand mit einem Lineal oder Messschieber möglichst genau und wählen Sie ein Band mit demselben Maß. Runden Sie einen Zwischenwert nicht einfach auf oder ab: Ein zu schmales Band sitzt locker, ein zu breites passt nicht zwischen die Halterungen.
Gängige Breiten sind zum Beispiel 18, 20 und 22 Millimeter. Es gibt aber auch andere Maße. Prüfen Sie die Herstellerangabe für Ihr Uhrenmodell. Wenn Sie unsicher sind, vergleichen Sie sie mit Ihrer eigenen Messung. Bei einem ungewöhnlichen Maß hilft ein Uhrmacher weiter.
Bandlänge und Schließe prüfen
Die Bandlänge muss zu Ihrem Handgelenk und zum Uhrengehäuse passen. Messen Sie beide Bandhälften, ohne die Schließe. Standardlängen passen vielen Menschen. Bei besonders schmalen oder breiten Handgelenken kommen kürzere oder längere Bänder infrage. Prüfen Sie beim Anprobieren, ob das Band bequem sitzt und die Uhr sich nicht um Ihr Handgelenk dreht.
Die Breite der Schließe müssen Sie nur messen, wenn Sie die vorhandene Schließe weiterverwenden möchten. Messen Sie dazu das Bandende, an dem die Schließe sitzt. Bei einem verjüngten Band ist es schmaler als das Ende am Gehäuse. Beide Maße sollten in der Produktangabe des Ersatzbands stehen.
Welches Material passt zu Ihrem Alltag?
Leder wirkt klassisch und passt häufig zu Hemd oder Anzug. Schweiß und anhaltende Feuchtigkeit schaden dem Material. Wischen Sie das Band nach dem Tragen ab und lassen Sie es trocknen. Beachten Sie auch die Pflegehinweise des Herstellers.
Metall ist robust und passt zu vielen Anlässen. Ein Metallband ist oft schwerer als ein Band aus Textil oder Gummi. Um es auf die richtige Länge zu bringen, müssen häufig Glieder entfernt werden. Dafür brauchen Sie passendes Werkzeug oder die Hilfe eines Uhrmachers. Das Kürzen des Metallbands ist ein eigener Arbeitsschritt, der zusätzlich zum Abnehmen des Bandes anfällt.
Textilbänder sind leicht und wirken sportlich. Ein NATO-Band besteht aus einem langen Band, das durch die Federstege am Gehäuse gezogen wird. Sie können es deshalb ohne Federstegwerkzeug abnehmen. Ein zweiteiliges Textilband lässt sich nicht unbedingt so abnehmen. Es kann wie ein Leder- oder Metallband mit Federstegen befestigt sein.
Gummi- und Silikonbänder eignen sich oft für sportliche Aktivitäten. Reinigen Sie sie je nach Herstellerangabe mit Wasser oder einem feuchten Tuch. Prüfen Sie vor dem Schwimmen, ob auch die Uhr dafür geeignet ist. Wenn Ihre Haut auf das Band gereizt reagiert, reinigen und trocknen Sie Band und Haut. Tragen Sie das Band lockerer oder probieren Sie ein anderes Material. Bei anhaltenden Beschwerden holen Sie ärztlichen Rat ein.
Band mit Federstegen wechseln
Arbeiten Sie bei gutem Licht auf einer weichen, stabilen Unterlage. Legen Sie die Uhr mit dem Zifferblatt nach unten auf ein Tuch, damit das Gehäuse nicht verkratzt. Lassen Sie einen Uhrmacher das Band wechseln, wenn die Uhr wertvoll oder empfindlich ist.
- Setzen Sie die gegabelte Spitze des Federstegbestecks zwischen Band und Gehäuse an den Federsteg.
- Drücken Sie den Federsteg vorsichtig zusammen und lösen Sie das Band seitlich aus der Halterung. Wiederholen Sie den Schritt auf der anderen Seite.
- Setzen Sie beim neuen Band ein Ende des Federstegs in die Bohrung am Gehäuse. Drücken Sie das andere Ende mit dem Werkzeug zusammen und führen Sie es in die gegenüberliegende Bohrung.
- Prüfen Sie, ob beide Enden eingerastet sind, und ziehen Sie vorsichtig am Band, um den festen Sitz zu kontrollieren.
Arbeiten Sie langsam und hebeln Sie nicht. Wenn das Werkzeug abrutscht oder sich der Federsteg nicht bewegen lässt, erzwingen Sie den Wechsel nicht. Manche Bänder haben Schnellwechsel-Federstege, die Sie ohne Werkzeug bedienen können. Folgen Sie dabei der Anleitung des Band- oder Uhrenherstellers.
Band reinigen und Verschleiß erkennen
Wischen Sie Leder nach Kontakt mit Schweiß mit einem weichen, trockenen Tuch ab und lassen Sie es vollständig trocknen. Metallbänder reinigen Sie mit milder Seifenlösung und einer weichen Bürste oder einem Tuch. Spülen Sie sie gründlich ab und trocknen Sie sie sorgfältig. Halten Sie das Gehäuse trocken, wenn die Uhr nicht für eine solche Reinigung geeignet ist.
Waschen Sie Textilbänder vorsichtig von Hand, wenn die Pflegehinweise des Herstellers das erlauben. Reinigen Sie Gummi- und Silikonbänder nach den Herstellerangaben. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Material. Trocknen Sie jedes Band vollständig, bevor Sie es wieder tragen.
Tauschen Sie ein Band aus, wenn das Material Risse bekommt oder brüchig wird. Prüfen Sie auch Federstege und Metallverbindungen auf Spiel, Schäden oder hervorstehende Teile. Ein beschädigtes Band kann sich lösen und die Uhr zu Boden fallen lassen.
Welche Bänder passen zu Handgelenk und Anlass?
Als grobe Orientierung sollte noch ein Finger zwischen Band und Handgelenk passen. Ein zu enges Band kann unangenehm sein, ein zu lockeres lässt die Uhr verrutschen. Probieren Sie verschiedene Materialien aus: Sie unterscheiden sich in Gewicht und Tragegefühl.
Zu einem formellen Anlass passt oft ein schlichtes Lederband. Textil wirkt eher lässig, Gummi eher sportlich. Wenn Sie dieselbe Uhr zu unterschiedlichen Anlässen tragen, sind zwei passende Bänder eine praktische Lösung.