Anstoßbreite richtig messen

Die Anstoßbreite, auch Stegbreite genannt, ist der Abstand zwischen den beiden Bandanstößen am Gehäuse. Zwischen ihnen sitzt das Armband. Diese Breite bestimmt, welche Armbänder an die Uhr passen. Beim Kauf eines Ersatzbands müssen Sie messen: Ein zu schmales Band wackelt, ein zu breites passt nicht zwischen die Anstöße. Die gängigste Breite ist 20 Millimeter. Gerade ältere und kleinere Modelle weichen davon ab. Mit einfachen Mitteln messen Sie die Breite in wenigen Minuten.

Das richtige Werkzeug wählen

Für die Messung brauchen Sie kein Spezialwerkzeug, aber Sie sollten präzise arbeiten. Ein handelsübliches Lineal mit Millimeter-Einteilung reicht für die meisten Fälle aus, wenn Sie genau auflegen und scharf ablesen. Besser geeignet ist ein Messschieber, den Sie günstig im Baumarkt bekommen. Er misst auf Zehntelmillimeter genau. Das hilft, wenn Sie später unsicher sind, ob eine Angabe des Herstellers stimmt. Alternativ funktioniert auch ein Maßband für Näharbeiten, das ist allerdings für so kurze Distanzen unhandlich. Zusätzlich ist eine gute Lupe oder eine helle Tischlampe sinnvoll, weil die Bandanstöße bei manchen Uhren eng am Gehäuse liegen und die Kante schwer zu erkennen ist.

Die Breite am ausgebauten Band messen

Der sauberste Weg ist, das alte Armband zu messen, wenn Sie es gerade ohnehin wechseln. Bei einem Leder- oder Metallband messen Sie die Breite des Bandes an der Stelle, die zwischen die Anstöße geschoben wird, also am Ende, das an der Uhr anliegt. Legen Sie das Lineal oder den Messschieber quer zur Längsrichtung an und lesen Sie den Wert an der breitesten Stelle ab. Bei einem Metallband messen Sie an der Außenkante der Glieder, nicht an der Vertiefung zwischen den einzelnen Gliedern. Wichtig ist, dass das Band nicht zusammengedrückt oder gespreizt ist, sonst verfälschen Sie das Ergebnis. Bei einem gut erhaltenen Originalband können Sie sich auf diesen Wert verlassen, denn das Band wurde passend zur Uhr gefertigt.

Die Breite an der Uhr messen

Wenn Sie das Armband nicht ausbauen möchten, messen Sie direkt zwischen den Bandanstößen. Halten Sie die Uhr so, dass Sie von oben auf den Spalt zwischen Gehäuse und Band blicken. Legen Sie das Lineal an die Innenseite des einen Anstoßes und lesen Sie an der Innenseite des anderen Anstoßes ab. Achten Sie darauf, dass Sie nicht schräg ablesen und dass Sie wirklich die freie Öffnung messen, nicht das Band selbst. Fallen Ihnen zwei Werte ein, weil das Band leicht schief sitzt, nehmen Sie den größeren und messen Sie zur Kontrolle ein zweites Mal von der gegenüberliegenden Seite. Eine andere Kontrollmöglichkeit: Messen Sie die Breite des Federstegs, falls Sie einen zur Hand haben. Der Federsteg ist der kleine Metallstift mit den beweglichen Enden, der das Band zwischen den Anstößen hält. Seine Länge entspricht der Anstoßbreite. Wenn Sie das Band bereits abgenommen haben und der Federsteg herausgefallen ist, messen Sie einfach seine Gesamtlänge.

Mit Zwischengrößen richtig umgehen

Nicht jede Uhr hat eine glatte, übliche Breite wie 20 Millimeter. Viele Modelle, gerade aus den 1960er- bis 1980er-Jahren, verwenden Zwischengrößen wie 19 oder 21 Millimeter. Auch andere Zwischengrößen kommen vor. Ein Ersatzband in Zwischengröße bekommen Sie im gut sortierten Fachhandel oder online bei spezialisierten Anbietern, auch wenn die Auswahl kleiner ist als bei den Standardbreiten. Lassen Sie sich nicht verleiten, ein 20-Millimeter-Band in eine Uhr mit 19-Millimeter-Anstoß zu zwingen. Das Band stülpt sich an den Anstößen auf oder klemmt, und es führt zu unsauberem Sitz und unnötigem Verschleiß. Umgekehrt wackelt ein zu schmales Band und die Federstege tragen die Last ungleichmäßig. Bei ungewöhnlichen Breiten ist die Suche nach Markenbändern des Uhrenherstellers sinnvoll, denn viele Hersteller führen auch nach Jahren noch passende Bänder. Ein Blick ins Handbuch der Uhr hilft ebenfalls, oft ist die Stegbreite dort dokumentiert.

Worauf Sie bei älteren Uhren achten sollten

Bei Vintage-Uhren ist die Messung manchmal kniffliger, weil die Anstöße nicht immer parallel verlaufen oder leicht unterschiedlich geformt sind. Messen Sie deshalb nicht nur an einer Stelle, sondern am oberen und unteren Rand des Zwischenraums. Weicht das Ergebnis ab, entspricht die kleinere der beiden Messungen der effektiven Breite, denn das Band muss an der engsten Stelle hineinpassen. Auch die Anstöße selbst sind bei alten Uhren oft empfindlich und die Beschichtung oder das Material kann zerkratzen. Legen Sie beim Messen immer ein weiches Tuch unter die Uhr und arbeiten Sie vorsichtig. Manche Vintage-Uhren haben zudem eine besondere Bandbefestigung ohne die üblichen Federstege, etwa bei älteren Modellen mit festen Bügeln. In diesem Fall muss das Band zwischen die Anstöße geschoben werden, ohne dass es von einem Federsteg in der Mitte gehalten wird. Achten Sie dann darauf, dass das Bandende dünn genug ist, um durch den Spalt zu gleiten. Auch bei Perlon- und Nylon-Durchzugsarmbändern, die den Federsteg wie eine Schlaufe umschließen, muss die Breite passen, auch wenn sie keine eigenen Stifte verwenden.

Ersatzbänder online bestellen

Beim Online-Kauf kommt es auf die Millimeterangabe an, also messen Sie vor der Bestellung lieber zweimal. Vergleichen Sie Ihren Wert mit den Angaben des Verkäufers und achten Sie auf die genaue Bezeichnung, denn manche Shops unterscheiden zwischen der Breite an der Uhr und der Breite an der Schließe. Wenn Sie Ihre alte Schließe weiterverwenden möchten, prüfen Sie zusätzlich die Breite des Schließenanstoßes, also die Stelle, an der das Band in die Schließe greift. Die muss nicht identisch sein mit der Anstoßbreite, bei vielen Bändern ist sie es aber. Achten Sie auch auf die Bandstärke, also die Dicke des Bandes an der Anstoßkante. Ein zu dickes Lederband kann zwischen den Anstößen klemmen, auch wenn die Breite stimmt. Wenn Sie sich unsicher sind, rufen Sie den Händler an oder schreiben eine kurze Nachricht mit Ihrer gemessenen Breite. Viele spezialisierte Anbieter beraten Sie gerne und nennen Ihnen passende Alternativen. Achten Sie außerdem auf das Rückgaberecht, falls das Band doch nicht passt.