Armbanduhren auf Reisen richtig einstellen
Wer mit dem Flugzeug mehrere Zeitzonen überquert, muss die Armbanduhr auf die neue Zeit umstellen. Ein falsch gestelltes Datum oder ein verstellter GMT-Zeiger verwirrt am Zielort.
Die Reihenfolge beim Einstellen entscheidet, ob das Datum zur richtigen Tageszeit springt. Wer das Datum nachts direkt wechselt, riskiert einen Schaden am Räderwerk. Mechanische, Quarz-, Funk- und GPS-Uhren stellen Sie vor und während der Reise unterschiedlich ein.
Zeitzonen und Datum verstehen
Eine Armbanduhr zeigt zwei Angaben, die Sie beim Reisen getrennt behandeln müssen: die Uhrzeit und das Datum. Die Uhrzeit stellen Sie um die Differenz zur Heimatzeitzone vor oder zurück. Das Datum wechselt nicht automatisch mit der Zeitzone. Es wechselt nur einmal pro Tag, meist um Mitternacht. Wenn Sie von Europa nach Nordamerika fliegen, ist die lokale Zeit am Zielort früher. Das Datum kann aber je nach Abflugzeit und Flugdauer noch das gestrige oder schon das heutige sein.
Die meisten mechanischen Uhren haben eine Datumsanzeige, die nachts langsam umschaltet. In diesem Zeitfenster greifen die Zahnräder ineinander. Ein manuelles Verstellen kann die Mechanik beschädigen. Stellen Sie das Datum daher immer zuerst. Drehen Sie die Krone anschließend so weit, dass die Uhrzeit außerhalb dieser Sperrzone liegt, bevor Sie das Datum korrigieren.
Mechanische Uhren in der richtigen Reihenfolge stellen
Bei einer Automatikuhr oder einer Handaufzugsuhr mit Datum müssen Sie eine feste Reihenfolge einhalten: Zuerst die Uhrzeit so weit vorstellen, dass das Datum sicher umspringt, dann das Datum auf den gestrigen Tag stellen, und zum Schluss die Uhrzeit auf die aktuelle Zeit bringen. So gehen Sie vor: Ziehen Sie die Krone in die Datumsposition, stellen Sie das Datum auf gestern, drücken Sie die Krone hinein, ziehen Sie sie in die Zeitposition und drehen Sie den Stundenzeiger vor, bis das Datum auf heute springt. Danach stellen Sie die Uhr auf die korrekte Uhrzeit. So umgehen Sie die Sperrzone und das Datum steht am Morgen richtig.
Bei Uhren ohne Datum reicht es, die Krone zu ziehen und die Zeiger auf die neue Ortszeit zu stellen. Prüfen Sie, ob die Uhr eine verschraubte Krone hat, wie sie bei Taucheruhren üblich ist. Dann lösen Sie die Krone zuerst gegen den Uhrzeigersinn, bevor Sie sie ziehen. Nach dem Einstellen drehen Sie sie wieder fest. Sonst dringt Feuchtigkeit ein.
GMT-Uhren für zwei Zeitzonen nutzen
Eine GMT-Uhr hat einen zusätzlichen Zeiger, der einmal pro Tag umläuft, und eine Lünette mit Markierungen für die zweite Zeitzone. So zeigen Sie gleichzeitig die Heimatzeit und die Ortszeit an. Der GMT-Zeiger bleibt auf der Heimatzeit stehen, der normale Stundenzeiger stellen Sie auf die Ortszeit am Zielort. Sie sehen dann auf einen Blick, wie spät es zu Hause ist. Das hilft bei Telefonaten mit Familie oder Kollegen.
So gehen Sie vor: Stellen Sie zuerst den GMT-Zeiger auf die Heimatzeit, indem Sie die Krone in die entsprechende Position ziehen und den Zeiger drehen. Danach stellen Sie den normalen Stundenzeiger auf die Ortszeit. Das Datum stellen Sie ebenfalls über den normalen Stundenzeiger ein, nicht über den GMT-Zeiger. Bei Modellen mit drehbarer Lünette können Sie eine dritte Zeitzone anzeigen, indem Sie die Lünette entsprechend verschieben. Die genaue Bedienung finden Sie in der Anleitung Ihrer Uhr, weil sich die Kronenpositionen je nach Hersteller unterscheiden.
Quarzuhren: Einfach, aber mit einer Falle
Quarzuhren stellen Sie ähnlich ein wie mechanische. Sie müssen aber keine Sperrzone beachten, weil das Datum bei den meisten Modellen sofort umspringt. Trotzdem gilt: Datum zuerst, dann Uhrzeit. Bei vielen Quarzuhren mit Datum wechselt das Datum um Mitternacht. Wenn Sie die Uhrzeit über den Stundenzeiger einstellen, achten Sie darauf, ob die Uhr morgens oder abends die richtige Tageshälfte anzeigt. Drehen Sie die Zeiger über die Mittagsstellung hinaus und prüfen Sie, ob das Datum umspringt. Springt es, ist es Mitternacht. Dann wissen Sie, dass die Uhr auf die richtige Tageshälfte steht.
Eine Sonderform sind Quarzuhren mit ewigem Kalender, die das Datum automatisch an die Länge des Monats anpassen. Bei diesen Modellen müssen Sie das Datum nicht von Hand korrigieren, solange die Uhr nie längere Zeit stehen bleibt. War die Batterie leer, stellen Sie Datum und Uhrzeit neu ein. Der Kalender rechnet dann ab dem eingestellten Datum weiter.
Funk- und GPS-Uhren stellen sich selbst
Funkuhren empfangen ein Zeitsignal von einem Sender, in Europa meist von DCF77 in Deutschland. Sobald sie das Signal empfangen, stellen sie sich automatisch auf die richtige Zeit und das richtige Datum. Beim Reisen über Zeitzonen müssen Sie die gewünschte Zeitzone von Hand einstellen, weil das Funksignal nur die koordinierte Weltzeit (UTC) überträgt. Die Uhr rechnet dann selbst die lokale Zeit aus. Ohne Funkempfang, etwa in abgelegenen Gebieten oder in Flugzeugen, bleibt die Uhr auf der zuletzt empfangenen Zeit stehen.
GPS-Uhren empfangen ihre Zeit von Satelliten und kennen dadurch auch die genaue Position. Sobald sie eine Satellitenverbindung aufgebaut haben, stellen sie Zeitzone und Datum automatisch um. Das funktioniert weltweit, braucht aber freien Blick zum Himmel. In Innenräumen oder bei dichtem Bewuchs kann die Verbindung einige Minuten dauern. Beide Uhrentypen sind praktisch für Vielreisende, weil Sie die Zeitzone nicht selbst berechnen müssen. Sie müssen nur sicherstellen, dass die Uhr auf den automatischen Zeitzonenmodus gestellt ist. Sonst zeigt sie weiterhin die alte Zeit an.
Die Uhr vor der Reise vorbereiten
Bevor Sie losfliegen, stellen Sie die Uhr so, wie Sie sie am Zielort brauchen. Bei mechanischen Uhren stellen Sie die Uhr am besten am Reisetag morgens ein, nicht erst am Flughafen, wo Sie unter Zeitdruck stehen. Prüfen Sie, ob die Gangreserve ausreicht, falls Sie die Uhr während des Flugs nicht tragen. Eine Automatikuhr mit ausreichender Gangreserve übersteht einen Langstreckenflug, wenn sie vorher voll aufgezogen ist.
Wenn Sie mehrere Zeitzonen in kurzer Zeit durchqueren, etwa bei einer Rundreise, stellen Sie die Uhr erst am Zielort um, nicht schon im Flugzeug. Für Termine und Anschlüsse zählt nur die Ortszeit am Zielort. Bei einer GMT-Uhr bleibt die Heimatzeit ohnehin sichtbar. Sie verlieren also nichts, wenn Sie den normalen Stundenzeiger erst nach der Landung umstellen.