Automatikuhr stehen geblieben: Was tun?

Wenn Ihre Automatikuhr nach ein paar Tagen stehen bleibt, liegt das meist an einer leeren Gangreserve, nicht an einem Defekt. Die Gangreserve ist der Energiespeicher der Uhr. Sie wandelt die Bewegung Ihres Handgelenks in Laufzeit um. Ziehen Sie die Uhr von Hand auf und beobachten Sie, ob sie danach wieder zuverlässig läuft.

Warum die Uhr stoppt

Eine Automatikuhr bezieht ihre Energie aus der Bewegung des Trägers. Ein Rotor im Inneren dreht sich bei jeder Handbewegung und spannt dabei eine Feder auf, die sogenannte Zugfeder. Die gespeicherte Energie nennt man Gangreserve. Trägt man die Uhr regelmäßig etwa acht Stunden am Tag, lädt sich die Gangreserve vollständig auf. Lässt man die Uhr über Nacht oder am Wochenende liegen, entlädt sie sich und bleibt irgendwann stehen. Das ist völlig normal und kein Zeichen für einen Schaden.

Wer die Uhr täglich trägt, aber nur wenige Stunden am Tag, kann erleben, dass sie nachts oder am nächsten Morgen stehen bleibt. Die Gangreserve ist dann nicht vollständig geladen.

Wann Sie von Hand aufziehen sollten

Handaufzug ist die zweite Methode, die Uhr zu laden. Sie sollten die Uhr von Hand aufziehen, wenn sie stehen geblieben ist oder wenn Sie sie längere Zeit nicht getragen haben. Drehen Sie die Krone in Aufzugrichtung, bis Sie Widerstand spüren. Drehen Sie nicht mit Gewalt weiter, sobald der Widerstand einsetzt, sonst beschädigen Sie den Aufzugmechanismus.

Ein häufiger Irrtum ist, dass man eine Automatikuhr niemals von Hand aufziehen darf. Handaufzug schadet der Uhr nicht, wenn Sie die Krone korrekt bedienen. Die dritte Methode, die Uhr zu laden, ist ein Uhrenbeweger. Das ist ein kleines Gerät, das die Uhr in Bewegung hält. Für den Alltag ist er nicht nötig. Er kann aber sinnvoll sein, wenn Sie mehrere Automatikuhren im Wechsel tragen.

Wann ein Defekt vorliegen könnte

Wenn die Uhr nach dem vollständigen Handaufzug innerhalb weniger Stunden wieder stehen bleibt, deutet das auf ein mechanisches Problem hin. Auch wenn die Uhr beim Tragen immer wieder stehen bleibt, obwohl sie täglich getragen wird, sollten Sie sie prüfen lassen. Ein weiteres Warnzeichen ist ein stark verlangsamter Sekundenzeiger oder ein unregelmäßiger Lauf, bevor die Uhr stoppt.

Solches Verhalten weist auf einen Defekt im Uhrwerk hin, häufig an einem kleinen Bauteil. Das können Sie von außen nicht beheben. Ein Uhrmacher öffnet das Werk, findet das defekte Teil und tauscht es aus. Bleibt eine Uhr nachts stehen, obwohl sie tagsüber getragen wurde, gehört sie ebenfalls in die Werkstatt. Denn eine vollständig geladene Gangreserve sollte über Nacht reichen.

Was ein Uhrmacher prüft

Ein Uhrmacher öffnet das Werk und sucht nach dem Bauteil, das den Lauf stoppt. In vielen Fällen ist es ein einzelnes kleines Teil, das sich austauschen lässt. Der Eingriff ist meist unkompliziert. Die Kosten hängen vom Uhrwerk und vom Aufwand ab. Schieben Sie die Reparatur einer stehen gebliebenen Automatikuhr nicht monatelang auf. Ein stehendes Werk kann weiteren Schaden nehmen, wenn Sie die Reparatur aufschieben.