Die passende Dresswatch zum Anzug finden
Eine Dresswatch tragen Sie zu formeller Kleidung: Anzug, Hemd, Krawatte. Sie zeigt die Zeit klar und bleibt unauffällig. Die wichtigste Regel: Die Uhr muss unter die Hemdmanschette passen. Tut sie das nicht, ist sie keine Dresswatch, egal wie teuer. Marke, Uhrwerk und Material sind zweitrangig. Wichtig sind Größe, Bauhöhe und Zifferblatt.
Achten Sie beim ersten Kauf einer Anzuguhr oder beim Wechsel von einer Sportuhr auf vier Punkte: Größe, Bauhöhe, Zifferblatt und Armband. Dazu kommen typische Fehler, die unnötig Geld kosten.
Die richtige Größe wählen
Der Gehäusedurchmesser entscheidet zuerst über die Passform. Eine Dresswatch soll proportional zum Handgelenk wirken, nicht das Handgelenk dominieren. Faustregel: Die Uhr sollte nicht breiter als Ihr Handgelenk sein. Legen Sie die Uhr an und prüfen Sie, ob die Bandansätze innerhalb der Handgelenksbreite bleiben. Bandansätze sind die Stellen, an denen das Armband am Gehäuse ansetzt. Stehen sie darüber, ist die Uhr zu groß.
Die passende Größe richtet sich nach der Handgelenksbreite. Schlanke Handgelenke wirken mit kleineren Durchmessern besser, kräftige vertragen auch größere Modelle. Entscheidend ist nicht allein der Durchmesser, sondern das Verhältnis zur Handgelenksbreite. Eine große Uhr kann an einem breiten Handgelenk passend wirken, während sie an einem schmalen wie ein Fremdkörper aussieht.
Achten Sie zusätzlich auf die Länge der Bandansätze, die Lug-to-Lug-Distanz. Sie bestimmt, ob die Uhr gerade auf dem Handgelenk aufliegt oder übersteht. Eine kurze Lug-to-Lug-Distanz macht auch eine größere Uhr tragbar. Probieren Sie die Uhr deshalb immer am Handgelenk an, statt sich nur auf den Durchmesser zu verlassen.
Die Bauhöhe
Die Bauhöhe entscheidet, ob die Uhr unter die Manschette passt. Eine Dresswatch sollte so flach sein, dass sie beim Händeschütteln oder Tippen nicht an der Manschette hängen bleibt. Die Gehäusehöhe sollte möglichst gering sein. Zu hohe Uhren werden an einem Hemd schnell sperrig.
Dünne Uhren erreichen diese Höhe meist mit einem Handaufzugswerk oder einem schlanken Automatikwerk. Handaufzug heißt: Sie ziehen die Uhr täglich von Hand auf, statt sie durch die Bewegung des Handgelenks zu versorgen. Das ist bei einer Dresswatch kein Nachteil. Es gehört zur Tradition und hält das Gehäuse flach.
Prüfen Sie beim Anprobieren, ob die Uhr unter der Manschette verschwindet, wenn Sie den Arm beugen. Schiebt sich die Manschette über das Gehäuse und bleibt dort hängen, ist die Uhr zu hoch. Eine gut sitzende Dresswatch gleitet unter der Manschette hindurch und kommt nur zum Vorschein, wenn Sie die Hand bewusst drehen.
Das Zifferblatt
Das Zifferblatt einer Dresswatch zeigt die Zeit klar an und bleibt unauffällig. Zurückhaltend heißt: wenige Elemente, gut lesbare Zeiger und keine überflüssigen Zusatzfunktionen. Eine kleine Sekunde, also eine separate Sekundenanzeige, ist erlaubt und wirkt elegant. Eine Datumsanzeige ist ebenfalls akzeptabel, solange sie das Zifferblatt nicht überlädt.
Klassische Farben sind Weiß, Silber, Blau und Schwarz. Weiße und silberne Zifferblätter wirken besonders formell und lassen sich zu jedem Anzug tragen. Blaue Zifferblätter geben der Uhr eine dezente Farbe und passen gut zu dunklen Anzügen. Schwarze Zifferblätter wirken streng und eignen sich für Abendveranstaltungen.
Zeiger und Indizes sollten farblich zum Gehäuse passen. Goldene Zeiger auf weißem Grund wirken warm und klassisch, blaue Stahlzeiger moderner. Wichtig ist der Kontrast: Die Zeiger müssen sich klar vom Zifferblatt abheben, sonst ist die Uhr bei schlechtem Licht schwer abzulesen. Vermeiden Sie Zifferblätter mit auffälligen Mustern, leuchtenden Farben oder großen Hilfszifferblättern. Diese Elemente gehören zu Sportuhren und passen nicht zum Anzug.
Das Armband
Für formelle Kleidung ist ein Lederarmband die richtige Wahl. Es wirkt ruhiger und eleganter als ein Metallarmband und schmiegt sich besser an die Manschette an. Klassische Farben sind Schwarz und Braun. Ein schwarzes Lederband passt zu dunklen Anzügen und zu Abendgarderobe, ein braunes Band harmoniert mit helleren Anzügen und mit Brauntönen im Outfit.
Metallarmbänder sind bei Dresswatches unüblich. Sie wirken sportlicher und gehören eher zu Alltagsuhren. Wenn Sie eine Uhr mit Metallband besitzen und sie zum Anzug tragen möchten, können Sie das Band gegen ein Lederband tauschen, sofern das Gehäuse dafür ausgelegt ist. Viele Hersteller bieten passende Lederarmbänder als Zubehör an.
Achten Sie auf die Breite des Bandes am Gehäuse. Ein schmales Band wirkt bei einer Dresswatch harmonisch. Ein breites Band verleiht der Uhr einen sportlichen Charakter und passt weniger zum formellen Auftritt. Die Schließe sollte unauffällig sein. Eine einfache Dornschließe ist bei Dresswatches üblich und reicht völlig aus.
Typische Fehler beim Kauf
Der häufigste Fehler ist der Kauf einer zu großen Uhr. Viele Käufer orientieren sich an den großen Durchmessern von Sportuhren und übertragen diese Größe auf die Dresswatch. Das Ergebnis ist eine Uhr, die unter der Manschette klemmt und am Handgelenk aufgesetzt wirkt. Messen Sie Ihr Handgelenk vor dem Kauf und halten Sie sich an die genannten Größenbereiche.
Ein zweiter Fehler: Sie ignorieren die Bauhöhe. Eine zu hohe Uhr mag am Handgelenk gut aussehen, passt aber nicht unter eine eng sitzende Manschette. Gerade bei Maßhemden mit schmalen Ärmeln wird das zum Problem. Achten Sie beim Anprobieren nicht nur auf den Durchmesser, sondern auch auf die Höhe.
Der dritte Fehler betrifft das Zifferblatt. Zu viele Funktionen, auffällige Farben oder ein überladenes Design machen aus einer Dresswatch eine Alltagsuhr. Wenn Sie zwischen zwei Modellen schwanken, wählen Sie das schlichtere. Eine zurückhaltende Uhr wirkt bei formellen Anlässen fast immer besser als eine auffällige.
Ein vierter Fehler ist der Kauf einer Uhr mit Metallarmband für den Anzug. Das lässt sich zwar durch einen Bandtausch korrigieren, kostet aber zusätzlich Geld und Zeit. Wer von vornherein eine Dresswatch mit Lederband kauft, spart sich diesen Aufwand.