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Kaufberatung

Die Taschenuhr als Geschenk zu besonderen Anlässen

Eine Taschenuhr ist ein Geschenk mit Symbolkraft für Anlässe wie Hochzeit, runden Geburtstag, Konfirmation oder Ruhestand. Vor dem Kauf sollten Sie wissen, welche Bauart zum Empfänger passt und worauf Sie bei Mechanik und Verarbeitung achten müssen. Eine Taschenuhr ist zuerst Schmuckstück, dann Zeitmesser. Wählen Sie sie in dieser Reihenfolge aus.

Anlässe für eine Taschenuhr

Taschenuhren eignen sich für Anlässe, an denen ein dauerhaftes Erinnerungsstück angemessen ist. Die klassische Wahl ist die Hochzeit: Viele Paare schenken sich gegenseitig Taschenuhren, oft mit Gravur von Namen und Datum. Auch Trauzeugen schenken sie dem Brautpaar. Außerdem passt sie zu runden Geburtstagen, zur Konfirmation oder Firmung, zum Abitur und zum Ruhestand. In all diesen Fällen zählt nicht der praktische Nutzen, sondern die Botschaft: Dieses Stück soll Sie an diesen Tag erinnern.

Wenn Sie jemandem eine Taschenuhr schenken, der sie täglich tragen will, prüfen Sie ehrlich, ob das sinnvoll ist. In der Hosentasche ist eine Taschenuhr unpraktisch. In der Jackentasche ist sie bei häufigem Gebrauch Verschleiß und Staub ausgesetzt. Für den Alltagsgebrauch ist eine Armbanduhr die bessere Wahl. Als Geschenk für einen besonderen Anlass, bei dem die Uhr am Anzug oder in der Weste getragen wird, ist sie dagegen genau richtig.

Lepine oder Savonette

Die Bauart bestimmt, wie sich die Uhr tragen und ablesen lässt. Es gibt zwei Grundformen: die Lepine-Uhr und die Savonette-Uhr.

Die Lepine-Uhr hat keinen schützenden Deckel über dem Zifferblatt. Sie ist flacher und leichter und liegt angenehmer in der Tasche. Sie lässt sich schneller ablesen, weil Sie nur den Deckel der Aufbewahrungshülle öffnen müssen. Der Aufzugsknopf sitzt bei der Lepine-Uhr oben.

Die Savonette-Uhr hat einen aufklappbaren Deckel, der das Zifferblatt schützt. Der Aufzugsknopf sitzt bei ihr auf der rechten Seite, auf der 3-Uhr-Position. Der Deckel schützt das Glas vor Kratzern und Stößen. Das ist ein Argument, wenn die Uhr lose in der Tasche liegt. Dafür ist die Savonette dicker. Das Ablesen dauert einen Moment länger, weil Sie erst den Deckel öffnen müssen.

Für wen welche Bauart passt: Wer die Uhr zur Hochzeit trägt und sie danach vor allem in der Schublade aufbewahrt, kommt mit einer Lepine gut zurecht. Wer die Uhr regelmäßig in der Jackentasche mitführt und Wert auf Schutz legt, sollte zur Savonette greifen. Bei älteren Menschen, die die Uhr als Erinnerungsstück tragen und nicht ständig öffnen wollen, ist die Lepine oft die bequemere Wahl.

Handaufzug, Quarz oder alte Uhr

Bei der Mechanik haben Sie drei Optionen: ein mechanisches Werk mit Handaufzug, ein Quarzwerk oder ein altes Erbstück. Automatikwerke sind bei Taschenuhren unüblich, weil die Bewegung in der Tasche nicht reicht, um das Werk aufzuziehen.

Ein Handaufzug ist die klassische Wahl. Er muss täglich oder alle zwei Tage aufgezogen werden. Für viele Besitzer ist das Teil des Rituals. Ein Quarzwerk läuft mit Batterie, ist genauer und wartungsärmer, wirkt aber weniger traditionell. Für jemanden, der eine Taschenuhr nur zu besonderen Anlässen trägt, ist ein Quarzwerk praktisch, weil die Uhr nach dem Hervorholen sofort läuft. Wer das mechanische Erlebnis schätzt, wählt den Handaufzug.

Beim Kauf einer neuen Taschenuhr sollten Sie wissen: Günstige Modelle haben oft sehr einfache Werke und dünnes Plexiglas statt Mineralglas. Plexiglas zerkratzt schnell. Ein einfaches Werk hält die Ganggenauigkeit nicht lange. Wenn der Beschenkte die Uhr häufig nutzt und Wert auf präzise Zeitmessung legt, wird er mit einem Billigmodell enttäuscht sein. In der unteren Preisklasse bekommen Sie meist ein Schmuckstück, das man gelegentlich trägt, aber keine Uhr für den täglichen Gebrauch.

Bei alten Taschenuhren aus früheren Jahrzehnten sollten Sie vorsichtig sein. Viele dieser Uhren haben keinen Stoßschutz und sind nicht staubdicht. Wenn Sie sie in der Hosentasche tragen, gelangt schnell Schmutz ins Werk. Die Uhr muss dann häufiger gereinigt werden. Eine alte Uhr ohne nachweisbare Wartung kann zudem defekte Teile haben, deren Reparatur teuer wird. Wenn Sie eine alte Uhr kaufen, fragen Sie nach dem letzten Service und lassen Sie den Zustand von einem Uhrmacher prüfen, bevor Sie sie verschenken.

Glas, Werk und Gravur

Prüfen Sie vor dem Kauf drei Dinge: das Glas, das Werk und die Möglichkeit zur Gravur.

Das Glas sollte aus Mineralglas oder Saphirglas bestehen, nicht aus Plexiglas. Mineralglas ist kratzfester und kostet nicht viel mehr. Saphirglas ist am härtesten, treibt aber den Preis. Bei einer Uhr, die als Erinnerungsstück dienen soll, lohnt das bessere Glas, weil Kratzer auf dem Zifferblatt den Wert und die Freude mindern.

Das Werk sollten Sie sich vom Händler erklären lassen. Fragen Sie, ob es sich um ein mechanisches Werk mit Handaufzug oder ein Quarzwerk handelt und ob es einen Stoßschutz gibt. Bei mechanischen Werken ist ein Stoßschutz wichtig, wenn die Uhr nicht nur in der Schublade liegt. Bei Quarzwerken achten Sie auf eine bekannte Marke oder einen Händler, der Ersatzbatterien und Service anbietet.

Die Gravur ist bei einer Taschenuhr als Geschenk fast Pflicht. Name, Datum und ein kurzer Spruch machen aus der Uhr ein persönliches Andenken. Viele Händler bieten die Gravur auf der Rückseite des Gehäuses an. Achten Sie darauf, dass die Gravur vor dem Kauf besprochen wird, denn nachträgliche Gravuren auf bereits polierten Flächen sind nicht überall möglich.