Funkuhr gegen GPS-Uhr: Der Vergleich für Reisende

Wer viel reist und eine zuverlässige Uhr sucht, steht vor der Wahl: Funkuhr oder GPS-Uhr? Beide zeigen die Zeit an, holen sie aber aus unterschiedlichen Quellen. Die Funkuhr empfängt ein Zeitsignal von einem festen Sender, die GPS-Uhr von Satelliten. Der Unterschied bestimmt, wo die Uhr zuverlässig funktioniert, wie lange die Batterie hält und ob sie sich in anderen Zeitzonen selbst umstellt.

Funksignal oder Satellit

Eine Funkuhr enthält einen Empfänger für ein Langwellen-Zeitsignal. In Deutschland und weiten Teilen Europas ist das der Sender DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt am Main. Er sendet rund um die Uhr die aktuelle Uhrzeit und das Datum. Die Funkuhr gleicht ihre Zeit mehrmals täglich mit diesem Signal ab und korrigiert so Abweichungen des Quarzwerks. Solange die Uhr das Signal empfängt, geht sie praktisch nie falsch.

Eine GPS-Uhr nutzt das Global Positioning System, ein Netz aus Satelliten, die die Erde umkreisen. Jeder Satellit sendet neben Positionsdaten auch eine hochpräzise Zeitinformation. Die Uhr berechnet daraus die genaue Uhrzeit. Der wichtigste Unterschied: GPS-Satelliten umkreisen die gesamte Erde, das Signal ist weltweit verfügbar. Eine Funkuhr ist dagegen auf die Reichweite ihres Zeitsenders angewiesen.

Empfangsgrenzen

Der DCF77-Sender deckt einen Großteil Mitteleuropas ab. In Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, den Benelux-Ländern und Teilen Italiens und Polens funktioniert eine Funkuhr zuverlässig. Wer weiter reist, etwa nach Nordamerika, Asien oder Australien, verliert den Empfang. Die Uhr läuft dann als normale Quarzuhr weiter, die Zeit kann aber allmählich abweichen, weil die automatische Korrektur fehlt.

GPS-Uhren haben dieses Problem nicht. Solange die Uhr eine Verbindung zu Satelliten aufbaut, was im Freien fast überall gelingt, zeigt sie die korrekte Zeit an. In dichten Wäldern, tiefen Schluchten oder zwischen hohen Gebäuden kann der Satellitenempfang allerdings gestört sein. Eine Funkuhr empfängt ihr Signal dagegen auch in Gebäuden, solange sie in der Reichweite des Senders liegt. Das Langwellensignal durchdringt Wände und funktioniert auch im Keller.

Batterie oder Akku

Der Energieverbrauch unterscheidet sich deutlich. Eine einfache Funkuhr mit Quarzwerk und Knopfzelle läuft mehrere Jahre mit einer Batterie. Die Uhr empfängt das Signal nur kurz und selten, meist nachts. Das verbraucht wenig Strom. Viele Funkuhren schalten den Empfänger nach der Synchronisation ab.

Eine GPS-Uhr benötigt deutlich mehr Energie. Der ständige oder häufige Kontakt zu Satelliten kostet Strom, besonders wenn die Uhr neben der Zeit auch Position und Bewegung aufzeichnet. Sportuhren mit GPS müssen daher regelmäßig geladen werden. Die Akkulaufzeit hängt stark von der Nutzung ab: Wer nur die Zeit ablesen will und das GPS selten aktiviert, kommt mit einer Ladung länger aus als jemand, der stundenlang Wanderungen aufzeichnet. Wer eine Uhr für den Alltag sucht und nicht täglich aufladen möchte, fährt mit einer Funkuhr besser.

Zeitzonen auf Reisen

Für Reisende ist wichtig, wie die Uhr mit anderen Zeitzonen umgeht. Eine Funkuhr, die das DCF77-Signal empfängt, zeigt immer die mitteleuropäische Zeit an. Fliegt man nach New York, zeigt die Uhr weiterhin die Zeit in Frankfurt, sofern man sie nicht manuell umstellt. Die automatische Umstellung auf Sommer- und Winterzeit funktioniert in Europa, aber nicht in Übersee.

Eine GPS-Uhr kann die lokale Zeit anzeigen, wenn sie weiß, in welcher Zeitzone man sich befindet. Viele Modelle übernehmen die Zeitzone automatisch aus den Satellitendaten oder lassen sich per App umstellen. Wer regelmäßig zwischen Kontinenten reist, profitiert davon. Allerdings muss man die Uhr nach der Landung oft erst mit dem Satelliten synchronisieren lassen, was einige Sekunden dauert. Eine Funkuhr zeigt dagegen sofort die gewohnte Zeit an, solange man in Europa bleibt.

Alltagstauglichkeit

Im Alltag in Deutschland oder Europa sind beide Uhrentypen zuverlässig. Die Funkuhr überzeugt mit langer Batterielaufzeit und einfacher Handhabung. Man stellt sie einmal ein, und sie korrigiert sich selbst. Sie eignet sich für alle, die einfach eine genaue Uhr am Handgelenk tragen wollen, ohne sich um Aufladen oder Einstellungen zu kümmern.

Die GPS-Uhr kann mehr als nur die Zeit anzeigen. Viele Modelle zeichnen Strecken auf, messen die Herzfrequenz und speichern Trainingsdaten. Wer sportlich aktiv ist oder beim Wandern die Route verfolgen möchte, bekommt mit einer GPS-Uhr ein Gerät, das mehrere Aufgaben übernimmt. Dafür muss man den Akku im Blick behalten und die Uhr regelmäßig laden. Die Entscheidung hängt also davon ab, ob man eine reine Uhr sucht oder ein Gerät, das auch Navigation und Aktivitätsaufzeichnung bietet.