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Kaufberatung

Lépine oder Savonnette? Die passende Taschenuhr finden

Bei einer Lépine liegt das Zifferblatt offen. Bei einer Savonnette schützt ein Klappdeckel das Zifferblatt, den Sie zum Ablesen öffnen.

An der Bauform erkennen Sie nicht zuverlässig, ob die Uhr gut läuft oder in welchem Zustand das Uhrwerk ist. Wählen Sie nach der gewünschten Bedienung und prüfen Sie das konkrete Exemplar.

Offenes Zifferblatt oder Deckel

Bei der verbreiteten Lépine-Ausführung sitzt die Krone bei 12 Uhr. Mit der Krone ziehen Sie die Uhr auf und stellen sie. Bei einer Savonnette liegt sie üblicherweise bei 3 Uhr; das Scharnier des Deckels sitzt gegenüber bei 9 Uhr. Historische Stücke können von dieser Anordnung abweichen.

Eine offene Lépine lässt sich ablesen, ohne zuerst einen Deckel zu öffnen. Wenn Sie die Uhr regelmäßig hervorholen und das Zifferblatt direkt sehen möchten, ist die offene Lépine eine passende Wahl. Die Savonnette schützt Glas und Zifferblatt, solange der Deckel geschlossen ist. Sie eignet sich, wenn Ihnen dieser Schutz wichtiger ist als der zusätzliche Handgriff beim Ablesen.

Keine der beiden Formen ist grundsätzlich die bessere Wahl. Wenn Sie vor allem eine Uhr als Schmuck- oder Sammlerstück suchen, können außerdem Gestaltung und Zustand stärker zählen als die Bedienung.

Wie Lépine Taschenuhrwerke veränderte

Jean-Antoine Lépine lebte von 1720 bis 1814. Um 1770 entwickelte er eine Bauweise, die flachere Uhrwerke ermöglichte: Statt einer durchgehenden oberen Werkplatte hielten einzelne Brücken die Räder und Bauteile. Diese Bauweise beeinflusste die Entwicklung der Taschenuhr.

Lépine kann also sowohl eine Gehäuseform als auch den Aufbau des Uhrwerks bezeichnen. Eine historische Uhr kann also einen Deckel besitzen und trotzdem ein Lépine-Werklayout haben. Das Metropolitan Museum dokumentiert ein solches Exemplar in einem Hunter-Gehäuse mit Klappdeckel, das 1844 fertiggestellt wurde.

Gehäuse und Werk getrennt prüfen

Beim Kauf sollten Sie Gehäuse und Werk auseinanderhalten: Der Deckel beschreibt das Gehäuse, das Werklayout den inneren Aufbau. Aus einer Savonnette lässt sich daher nicht automatisch auf eine bestimmte Werktechnik schließen. Die Hemmung ist die Baugruppe, die den Ablauf des Uhrwerks reguliert. Auch sie ist ein eigenes Merkmal.

Ein Museumsstück von Lépine besitzt beispielsweise eine Zylinderhemmung. Prüfen Sie die Werkangaben am konkreten Exemplar, statt sie aus dem Namen oder der Gehäuseform abzuleiten. Fragen Sie nach dem Hersteller und dem Kaliber, also der Bezeichnung des Uhrwerks. Lassen Sie sich, wenn möglich, ein scharfes Foto des geöffneten Werks zeigen.

Taschenuhr vor dem Kauf prüfen

Legen Sie zuerst fest, wie Sie die Uhr nutzen möchten. Für schnelles Ablesen spricht die offene Bauform. Wenn Sie ein geschlossenes Zifferblatt bevorzugen, kommt eine Savonnette infrage. Prüfen Sie bei einem konkreten Angebot anschließend, ob der Deckel sauber schließt und ob Gehäuse, Glas und Zifferblatt auf den Bildern erkennbare Schäden aufweisen.

Erkundigen Sie sich außerdem, ob die Uhr läuft. Fragen Sie auch, wann sie zuletzt gewartet wurde und ob ein Beleg für die Wartung oder eine fachkundige Prüfung vorliegt. Dass die Uhr läuft, sagt noch nichts Abschließendes über ihren Zustand aus. Bei älteren Stücken sollte eine Uhrmacherin oder ein Uhrmacher das Werk prüfen, wenn Zustand und Wartung unklar bleiben.

Achten Sie auch auf Angaben zum Hersteller, zum Aufzug und zum Aufbau des Werks. Patek Philippe nennt für seine aktuellen Taschenuhren beispielsweise Handaufzug. Diese Angabe beschreibt Pateks aktuelle Modelle und trifft keine allgemeine Aussage über historische Taschenuhren.