Markenuhren: Die besten Uhrenmarken und worauf es beim Kauf ankommt
Eine Markenuhr ist die Armbanduhr eines etablierten Herstellers, dessen Name für bestimmte Werte wie Design, Technik, Tradition oder Prestige steht. Der Begriff ist jedoch nicht geschützt und sagt allein wenig über die Qualität des einzelnen Modells aus. Eine bekannte Marke kann einfache Quarzuhren ebenso anbieten wie aufwendig gefertigte Luxusuhren.
Die bessere Kaufentscheidung beginnt deshalb nicht mit der Frage, welche Marke am berühmtesten ist. Entscheidend sind Einsatzzweck, Budget, Uhrwerk, Verarbeitung, Service und die gewünschte Ausstattung. Wer diese Punkte vergleicht, findet sowohl im unteren Preisbereich als auch bei Luxusuhren passende Markenuhren.
Was eine gute Markenuhr ausmacht
Der Markenname beeinflusst den Preis, die Gestaltung und die Wahrnehmung einer Uhr. Er kann außerdem Vorteile bei Garantie, Ersatzteilversorgung, Reparatur und Wiederverkauf bringen. Eine bekannte Marke ist aber kein alleiniger Beweis für hohe Ganggenauigkeit oder eine besonders gute Preis-Leistung.
Vor dem Kauf lohnt sich daher der Blick auf das konkrete Modell. Diese Eigenschaften bestimmen den praktischen Wert einer Uhr:
- Uhrwerk: Quarz, Solar, Automatik oder Handaufzug
- Gehäuse: Edelstahl, Titan, Keramik, Kunststoff oder Edelmetall
- Uhrglas: Mineralglas oder kratzfestes Saphirglas
- Wasserdichtigkeit: passend zum tatsächlichen Einsatz
- Verarbeitung: Zifferblatt, Zeiger, Krone, Band und Schließe
- Service: Garantie, Reparaturmöglichkeiten und Ersatzteilversorgung
- Tragekomfort: Durchmesser, Höhe, Gewicht und Bandanstoß
Eine gute Markenuhr passt zu ihrem Besitzer und zum vorgesehenen Einsatz. Für den täglichen Weg zur Arbeit gelten andere Anforderungen als für regelmäßiges Schwimmen, eine Geschäftsreise oder eine Sammlung mechanischer Uhren.
Markenuhren nach Preisbereich
Die folgenden Preisbereiche dienen als Orientierung. Sie sind keine festen Qualitätsklassen. Marken bedienen häufig mehrere Segmente, und innerhalb einer Kollektion können sich Werk, Glas, Gehäuse und Verarbeitung deutlich unterscheiden.
Bis etwa 150 Euro
In diesem Bereich dominieren Quarzuhren, Digitaluhren und unkomplizierte Modelle für den Alltag. Häufig kommen Edelstahl, Kunststoff oder Mineralglas zum Einsatz. Marken wie Casio, Timex, Swatch und Lorus bieten eine breite Auswahl.
Diese Uhren eignen sich besonders für:
- Beruf und Alltag
- Reisen und Freizeit
- Nutzer, die wenig Pflegeaufwand wünschen
- Einsteiger mit begrenztem Budget
Casio steht unter anderem für robuste Digital- und Outdooruhren. Swatch setzt stärker auf Farben und Design. Timex bietet viele klassische und funktionale Modelle. Die niedrige Preisklasse bedeutet nicht automatisch schlechte Alltagstauglichkeit. Eine einfache Quarzuhr kann zuverlässig laufen und über Jahre ihren Zweck erfüllen.
Etwa 150 bis 500 Euro
Hier wächst die Auswahl an Edelstahlgehäusen, Solartechnik und mechanischen Einstiegsmodellen. Typische Marken sind Citizen, Seiko, Orient, Tissot und Festina.
Wer eine möglichst wartungsarme Uhr sucht, findet in diesem Bereich viele Solar- und Quarzmodelle. Bei Citizen ist die Solartechnik besonders verbreitet. Seiko und Orient sind für mechanische Einstiegsuhren interessant. Tissot bietet zahlreiche Schweizer Modelle in diesem Preisrahmen.
Achten Sie auf die Ausstattung des konkreten Modells. Ein höherer Preis garantiert weder Saphirglas noch ein besonders präzises mechanisches Werk.
Etwa 500 bis 2.500 Euro
In diesem Segment finden sich häufig besser verarbeitete Gehäuse und Armbänder, Saphirglas sowie mechanische Werke aus Schweizer, deutscher oder japanischer Fertigung. Mögliche Marken sind Certina, Hamilton, Junghans, Longines, Mido, Seiko und Sinn.
Der Preisunterschied zu günstigen Uhren zeigt sich oft in mehreren Details gleichzeitig:
- sauber verarbeitete Gehäusekanten
- hochwertigere Bänder und Schließen
- bessere Zifferblattgestaltung
- höhere Druckfestigkeit
- präzisere Regulierung des Uhrwerks
- aufwendigere Oberflächen und Veredelungen
Auch hier sollten Käufer die Produktdaten prüfen. Eine schlichte Uhr mit Quarzwerk kann für den Alltag die vernünftigere Wahl sein als eine teurere Automatikuhr, die regelmäßig getragen oder gewartet werden muss.
Ab etwa 2.500 Euro
Omega, Rolex, Cartier, Breitling, Tudor und IWC gehören zu den Marken, die häufig mit Luxus und Prestige verbunden werden. In diesem Bereich bezahlen Käufer neben Material und Verarbeitung auch Markengeschichte, Design, Vertriebsnetz, Exklusivität und die Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt.
Eine teure Markenuhr bietet nicht automatisch die höchste Genauigkeit. Eine Quarzuhr im unteren Preisbereich zeigt die Zeit im Alltag oft genauer als ein mechanisches Luxusmodell. Der Mehrwert liegt bei einer hochwertigen mechanischen Uhr häufig in der Konstruktion, der Handwerkskunst, der Gestaltung und dem emotionalen Wert.
Ab etwa 20.000 Euro
Bei Patek Philippe, Audemars Piguet, Vacheron Constantin und A. Lange & Söhne stehen aufwendige mechanische Werke, Handarbeit, Finissierung, Edelmetalle und geringe Produktionsmengen im Vordergrund. Diese Uhren sprechen vor allem Sammler und Liebhaber an.
Die Bezeichnung Haute Horlogerie beschreibt besonders anspruchsvolle Uhrmacherei. Sie bedeutet nicht, dass die Uhr im Alltag praktischer oder genauer ist. Wer eine solche Uhr kauft, entscheidet sich vor allem für Handwerk, Tradition, Exklusivität und die Komplexität des mechanischen Werks.
Welche Uhrenmarke passt zu welchem Ziel?
Eine Rangliste der besten Uhrenmarken führt zu kurz. Sinnvoller ist eine Auswahl nach Nutzung und Anspruch.
Für Alltag und Beruf
Für Büro, Einkäufe und Reisen eignen sich robuste Quarz- oder Solaruhren. Casio, Citizen, Seiko, Timex und Tissot bieten in diesem Bereich viele unterschiedliche Modelle.
Achten Sie auf ein gut ablesbares Zifferblatt, ein bequemes Band und eine Wasserdichtigkeit, die zum Alltag passt. Eine Datumsanzeige kann praktisch sein, während ein aufwendiger Chronograph die Bedienung und Wartung verteuert.
Für Sport und Outdoor
Bei Sport- und Outdooruhren zählen Robustheit, gute Ablesbarkeit und ein belastbares Band. Casio ist für funktionale Digital- und Outdoorserien bekannt. Sinn, Seiko und Citizen bieten ebenfalls Modelle mit sportlicher oder instrumenteller Ausrichtung.
Prüfen Sie vor dem Kauf:
- Größe und Gewicht der Uhr
- Lesbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen
- Stoßfestigkeit und Bandmaterial
- Bedienbarkeit mit Handschuhen
- Wasserdichtigkeit für die geplante Aktivität
Eine große Uhr wirkt am Handgelenk nicht nur auffälliger. Sie kann beim Sport auch stärker stören oder an Kleidung und Ausrüstung hängen bleiben.
Für klassische und elegante Kleidung
Junghans, Longines, Nomos Glashütte, Cartier und ausgewählte Modelle von Tissot oder Hamilton bieten klassische Gestaltung. Ein zurückhaltendes Zifferblatt und ein flaches Gehäuse passen häufig besser zu Hemd und Sakko als eine große Sportuhr.
Der Durchmesser allein entscheidet dabei nicht über die Wirkung. Gehäusehöhe, Bandanstoß, Lünette und Zifferblatt beeinflussen, wie groß eine Uhr erscheint. Eine 40-Millimeter-Uhr kann je nach Form deutlich kleiner oder größer wirken.
Für den Einstieg in die Mechanik
Seiko, Orient, Citizen, Tissot und Hamilton bieten mechanische Uhren für unterschiedliche Budgets. Eine Automatikuhr wird durch die Bewegung des Trägers aufgezogen. Wird sie mehrere Tage nicht getragen, bleibt sie stehen und muss neu gestellt oder aufgezogen werden.
Wer diesen Ablauf als Teil des Hobbys schätzt, findet in mechanischen Uhren einen besonderen Reiz. Wer jederzeit eine möglichst genaue und einsatzbereite Uhr möchte, fährt mit Quarz- oder Solartechnik unkomplizierter.
Für Luxus und Wiedererkennungswert
Rolex, Omega, Cartier, Breitling, Tudor und IWC verbinden eine starke Markenidentität mit gehobener Verarbeitung und einem etablierten Vertriebs- und Servicenetz. Einige Modelle verfügen über eine hohe Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt.
Das macht sie jedoch nicht automatisch zu einer sicheren Geldanlage. Nachfrage und Preise unterscheiden sich je nach Referenz, Zustand, Lieferumfang, Produktionszeitraum und Marktlage.
Quarz, Solar oder Mechanik?
Quarzuhren
Ein Quarzwerk nutzt einen elektronischen Schwingquarz zur Zeitmessung. Eine Batterie liefert die Energie. Quarzuhren sind im Alltag präzise, leicht zu bedienen und vergleichsweise wartungsarm.
Sie eignen sich für Käufer, die:
- möglichst wenig Aufwand wünschen
- eine genaue Alltagsuhr suchen
- die Uhr regelmäßig, aber ohne Aufziehen verwenden möchten
- ein begrenztes Budget haben
Die Batterie muss in bestimmten Abständen gewechselt werden. Solaruhrwerke laden sich dagegen über Licht auf und reduzieren den Bedarf an Batteriewechseln.
Automatikuhren
Eine Automatikuhr nutzt die Bewegung des Handgelenks, um die Feder des mechanischen Werks aufzuziehen. Sie benötigt keine Batterie, bleibt bei längerer Ruhe jedoch stehen. Die Ganggenauigkeit hängt unter anderem von Lage, Temperatur, Magnetfeldern und Trageverhalten ab.
Eine mechanische Uhr ist daher ein Stück Feinmechanik. Ihre mögliche tägliche Gangabweichung gehört zur Technik und ist nicht ohne Weiteres mit der Genauigkeit einer Quarzuhr vergleichbar.
Handaufzug
Bei einer Handaufzugsuhr zieht der Träger die Feder regelmäßig über die Krone auf. Manche Liebhaber bevorzugen diese direkte Verbindung zum Uhrwerk. Für andere ist das tägliche Aufziehen ein zusätzlicher Aufwand.
Chronometer und Chronograph
Ein Chronometer ist eine entsprechend geprüfte und zertifizierte Uhr beziehungsweise ein zertifiziertes Uhrwerk. Ein Chronograph besitzt dagegen eine Stoppfunktion. Beide Begriffe beschreiben unterschiedliche Eigenschaften.
Die klassische Prüfung der Schweizer Prüfstelle COSC sieht für mechanische Uhrwerke eine mittlere tägliche Gangabweichung von minus vier bis plus sechs Sekunden vor. Die Prüfung bezieht sich auf das Werk. Zusätzliche Herstellerstandards können die fertig montierte Uhr testen.
Die Zertifizierung als Master Chronometer durch METAS bewertet die fertige Uhr unter anderem hinsichtlich Ganggenauigkeit, Wasserdichtigkeit, Magnetfeldbeständigkeit und Gangreserve. Ein Zertifikat ist ein nützlicher Anhaltspunkt, ersetzt aber nicht den Vergleich des gesamten Modells.
Welche Ausstattung verdient Aufmerksamkeit?
Uhrglas
Mineralglas ist günstig und im Alltag belastbar. Saphirglas ist deutlich kratzfester und deshalb bei höherwertigen Uhren verbreitet. Bei starken Schlägen kann auch Saphirglas beschädigt werden, weil es härter und dadurch spröder ist.
Für eine Uhr, die häufig an Tischkanten oder Werkzeug stößt, sollten Käufer das gesamte Gehäuse und nicht nur das Glas betrachten.
Gehäuse und Armband
Edelstahl ist vielseitig, robust und leicht zu pflegen. Titan ist leichter und eignet sich für Menschen, die eine möglichst leichte Uhr bevorzugen. Keramik ist kratzfest, aber bei harten Schlägen empfindlich. Edelmetalle erhöhen den Materialwert und das Gewicht, verteuern aber auch die Uhr.
Das Armband beeinflusst den Tragekomfort stark. Ein Metallband passt zu vielen Situationen, während Leder eher für trockene Bedingungen geeignet ist. Kautschuk und Textil sind für Sport und Freizeit praktisch.
Wasserdichtigkeit
Angaben wie 30 Meter oder 3 bar werden häufig falsch verstanden. Sie stammen aus Prüfungen unter definierten Bedingungen und bedeuten nicht automatisch, dass die Uhr in 30 Metern Tiefe getragen werden darf.
Als grobe Orientierung gilt:
| Angabe | Geeigneter Einsatz |
|---|---|
| 30 Meter oder 3 bar | Spritzwasser und Alltag, nicht als Empfehlung zum Schwimmen |
| 50 Meter oder 5 bar | Je nach Hersteller vorsichtiges Schwimmen, Anleitung prüfen |
| 100 Meter oder 10 bar | Häufig geeignet für Schwimmen und viele Wassersportarten |
| 200 Meter oder 20 bar | Für anspruchsvollere Nutzung, beim Tauchen auf eine geeignete Taucheruhr achten |
Die Herstelleranleitung bleibt maßgeblich. Dichtungen altern, und die Wasserdichtigkeit nimmt nach Stößen, Reparaturen oder starkem Temperaturwechsel ab. Die Krone muss vor Wasserkontakt vollständig geschlossen sein.
Die Norm ISO 22810 beschreibt allgemeine wasserresistente Uhren. Die Norm ISO 6425 gilt für Taucheruhren, die unter anderem mindestens für 100 Meter ausgelegt sind und ein im Dunkeln ablesbares Zeitmesssystem besitzen.
Gangreserve und Magnetfeldschutz
Die Gangreserve zeigt, wie lange eine mechanische Uhr nach dem vollständigen Aufziehen läuft. 40 bis 80 Stunden sind bei vielen modernen Werken verbreitet, die konkrete Dauer hängt jedoch vom Kaliber ab.
Magnetfelder können den Gang mechanischer Uhren beeinflussen. Wer häufig mit Lautsprechern, Magnetverschlüssen, bestimmten Werkzeugen oder technischen Geräten arbeitet, sollte auf einen ausgewiesenen Magnetfeldschutz achten.
Was bedeutet „Swiss Made“?
„Swiss Made“ ist eine rechtlich geregelte Herkunftsbezeichnung. Für Schweizer Uhren gelten unter anderem Anforderungen an Schweizer Wertschöpfung, Montage, Endkontrolle und technische Entwicklung. Der Schweizer Wertanteil muss bei Uhr und Uhrwerk grundsätzlich mindestens 60 Prozent betragen.
Die Bezeichnung bedeutet daher nicht, dass jedes Bauteil aus der Schweiz stammt oder die gesamte Uhr dort gefertigt wurde. Auch „Swiss Movement“ ist etwas anderes als „Swiss Made“. Ein Schweizer Uhrwerk allein macht eine Uhr nicht zu einer vollständig in der Schweiz hergestellten Uhr.
Die Herkunft kann bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Sie ersetzt jedoch weder den Blick auf Werk, Glas und Verarbeitung noch den Vergleich mit deutschen oder japanischen Herstellern. Japanische Marken sind beispielsweise bei Quarz-, Solar- und mechanischen Serienwerken stark vertreten. Deutsche Hersteller bieten unter anderem klare Gestaltung und funktionale Instrumentenuhren.
Neu, gebraucht oder über den Graumarkt?
Kauf beim autorisierten Händler
Der autorisierte Fachhandel bietet nachvollziehbare Herkunft, Herstellergarantie und Unterstützung bei Anpassung oder Reparatur. Der Preis liegt häufig höher als bei unabhängigen Händlern, dafür ist die Abwicklung klarer.
Vor dem Kauf sollten Sie sich die Referenznummer, Lieferumfang, Garantiebedingungen und voraussichtliche Lieferzeit schriftlich bestätigen lassen.
Gebrauchtkauf
Der Gebrauchtmarkt bietet Zugang zu ausgelaufenen Modellen und kann den Einstiegspreis senken. Gleichzeitig müssen Käufer den Zustand genauer prüfen.
Wichtige Punkte sind:
- Originalrechnung oder nachvollziehbarer Eigentumsnachweis
- Seriennummer und Referenznummer
- Garantiekarte und Originalzubehör
- Servicehistorie
- Zustand von Gehäuse, Glas, Band und Schließe
- Hinweise auf Feuchtigkeit oder starke Politur
- Rückgaberecht und sichere Zahlungsabwicklung
Eine fehlende Box ist oft weniger problematisch als eine unbekannte Servicegeschichte oder ein nicht plausibler Preis. Bei Vintage-Uhren gehören Gebrauchsspuren zur Geschichte, können aber die Wartung und Wasserdichtigkeit beeinflussen.
Graumarkt
Der Graumarkt verkauft neue oder neuwertige Uhren außerhalb des offiziellen Vertriebswegs. Preisvorteile sind möglich. Vorher müssen Käufer jedoch klären, ob die Herstellergarantie im eigenen Land gilt, wer eine Reparatur übernimmt und ob Einfuhrabgaben bereits enthalten sind.
Ein auffällig niedriger Preis ohne nachvollziehbare Erklärung erhöht das Risiko. Eine transparente Rechnung, ein vollständiges Impressum und klare Rückgabebedingungen sind wichtiger als der höchste Rabatt.
Sind Markenuhren eine Wertanlage?
Eine Markenuhr zahlt keine Zinsen und verursacht laufende Kosten. Dazu gehören Wartung, Reparaturen, Armbänder, Batteriewechsel, sichere Aufbewahrung und gegebenenfalls Versicherung. Mechanische Uhren benötigen nach längerer Nutzung eine fachgerechte Wartung, auch wenn sie selten getragen werden.
Einzelne Modelle haben starke Wertsteigerungen erzielt. Die Rolex Daytona wird häufig als Beispiel genannt: Ein Modell, das 1969 etwa 200 US-Dollar kostete, erzielte 2013 bei einer Auktion mehr als eine Million US-Dollar. Solche Entwicklungen sind historische Ausnahmen und kein verlässliches Muster für heutige Käufe.
Aktuelle Marktdaten zeigen ebenfalls ein differenziertes Bild. Die Federation of the Swiss Watch Industry meldete für 2025 einen Rückgang der Schweizer Uhrenexporte um 1,7 Prozent auf 25,6 Milliarden Schweizer Franken. Die Stückzahl sank um 4,8 Prozent auf 14,6 Millionen Uhren. Exportdaten messen allerdings Verkäufe an den Handel beziehungsweise Ausfuhren und nicht direkt die Käufe von Endkunden.
Der Zweitmarkt normalisierte sich nach dem starken Anstieg während der Pandemie. Chrono24 beobachtete im ersten Halbjahr 2025 eine geringere spekulative Nachfrage nach bestimmten Luxusmarken sowie mehr Interesse an etablierten Kollektionen von Rolex, Omega und Cartier. Diese Daten beziehen sich auf Transaktionen innerhalb dieser Plattform und bilden nicht den gesamten Uhrenmarkt ab.
Wer eine Uhr als mögliche Wertanlage betrachtet, sollte deshalb nur einen kleinen Teil des verfügbaren Vermögens einsetzen. Die erste Frage sollte lauten, ob die Uhr auch ohne Wertsteigerung Freude bereitet. Eine Markenuhr eignet sich nicht als alleinige Altersvorsorge.
Bei Edelmetall- oder Edelsteinuhren gelten in Hausratversicherungen häufig besondere Entschädigungsgrenzen. Bei hochwertigen Edelstahluhren unterscheiden sich die Bedingungen je nach Versicherer. Klären Sie Aufbewahrung, Tresorpflicht und Versicherungssumme vor dem Kauf.
Kaufcheckliste für Markenuhren
Beantworten Sie diese Fragen, bevor Sie bestellen:
-
Wie hoch ist das Gesamtbudget?
Rechnen Sie Wartung, Armband, Versand, Einfuhrabgaben und Versicherung ein. -
Wo tragen Sie die Uhr?
Büro, Alltag, Sport, Reisen, Wasser, formelle Anlässe und Sammlung stellen unterschiedliche Anforderungen. -
Welches Uhrwerk passt zu Ihnen?
Quarz und Solar bieten Komfort und Genauigkeit. Automatik und Handaufzug bieten mechanischen Reiz. -
Welche Größe sitzt bequem?
Durchmesser, Höhe, Gewicht und Bandanstoß gemeinsam beurteilen. -
Welches Glas brauchen Sie?
Mineralglas genügt für viele Alltagsuhren. Saphirglas schützt besser vor Kratzern. -
Wie viel Wasserdichtigkeit ist tatsächlich nötig?
Für Büro und Alltag reicht oft eine niedrigere Angabe. Für Schwimmen oder Tauchen gelten höhere Anforderungen. -
Wer übernimmt den Service?
Prüfen Sie Garantie, Werkstatt, Ersatzteile und voraussichtliche Wartungskosten. -
Ist die Herkunft nachvollziehbar?
Achten Sie auf vollständige Modellangaben, Rechnung, Seriennummer und Rückgaberecht. -
Passt der Preis zum Markt?
Vergleichen Sie mehrere Händler und identische Referenzen. Ein Markenname rechtfertigt nicht jeden Aufpreis.
Häufige Fragen zu Markenuhren
Welche Markenuhr ist die beste?
Die beste Markenuhr hängt vom Einsatzzweck ab. Für unkomplizierte Genauigkeit eignen sich Quarz- oder Solaruhren. Für mechanisches Interesse kommen Automatik- oder Handaufzugsuhren infrage. Entscheidend sind die Eigenschaften des konkreten Modells, nicht allein die Bekanntheit der Marke.
Welche Marke bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?
Seiko, Citizen, Orient, Casio, Tissot und Hamilton bieten je nach Modell interessante Kombinationen aus Ausstattung, Technik und Preis. Eine allgemeingültige Rangfolge gibt es nicht. Vergleichen Sie Werk, Glas, Gehäuse, Wasserdichtigkeit und Service.
Ist eine Automatikuhr besser als eine Quarzuhr?
Eine Automatikuhr ist mechanisch aufwendiger und für viele Liebhaber emotional wertvoller. Eine Quarzuhr ist im Alltag in der Regel genauer, unkomplizierter und wartungsärmer. „Besser“ hängt deshalb von den persönlichen Prioritäten ab.
Was bedeutet Swiss Made?
„Swiss Made“ bezeichnet eine Uhr, die gesetzliche Anforderungen an Schweizer Wertschöpfung, Montage und Endkontrolle erfüllt. Die Angabe bedeutet nicht, dass jedes einzelne Bauteil aus der Schweiz stammt oder die Uhr automatisch die beste Preis-Leistung bietet.
Sind teure Markenuhren ihr Geld wert?
Eine teure Uhr kann ihren Preis durch Verarbeitung, Material, Werk, Design, Service und Markenwert rechtfertigen. Der höhere Preis führt aber nicht automatisch zu höherer Genauigkeit. Käufer sollten prüfen, welche Eigenschaften ihnen den Aufpreis tatsächlich wert sind.
Sollte man eine Markenuhr gebraucht kaufen?
Ein Gebrauchtkauf ist sinnvoll, wenn Herkunft, Zustand, Servicegeschichte und Rückgaberecht nachvollziehbar sind. Bei unbekannter Historie oder auffällig niedrigem Preis steigt das Risiko. Ein etablierter Händler bietet Einsteigern meist mehr Sicherheit.
Welche Markenuhr eignet sich für Einsteiger?
Für einen unkomplizierten Einstieg sind Casio, Citizen, Seiko, Orient, Tissot und Hamilton naheliegende Marken. Quarz- und Solaruhren erleichtern die tägliche Nutzung. Wer sich für Mechanik interessiert, findet bei Seiko, Orient, Tissot und Hamilton geeignete Einstiegsmodelle.
Wie pflegt man eine hochwertige Uhr?
Schützen Sie die Uhr vor starken Stößen, Magnetfeldern und unnötigem Kontakt mit Wasser. Spülen Sie Schweiß und Schmutz bei geeigneten Metall- oder Kunststoffbändern ab, schließen Sie die Krone vollständig und lassen Sie die Wasserdichtigkeit nach Reparaturen oder bei älteren Uhren prüfen. Eine mechanische Uhr benötigt außerdem regelmäßigen Service.