Mechanische Uhr richtig aufziehen: So vermeiden Sie Fehler
Eine mechanische Uhr wird von einer Zugfeder angetrieben, die Sie von Hand oder durch die Bewegung Ihres Arms aufziehen. Drei vermeidbare Fehler beim Aufziehen verursachen die meisten Schäden: Sie verwechseln Handaufzug und Automatik, lösen eine verschraubte Krone falsch oder stellen das Datum zur falschen Tageszeit. Wer diese Punkte beachtet, hält die Uhr über Jahre zuverlässig.
Handaufzug und Automatik
Bei einem Handaufzug drehen Sie die Krone, um die Zugfeder zu spannen. Die Uhr läuft dann, bis die gespeicherte Energie verbraucht ist. Bei einer Automatik übernimmt ein Rotor diese Arbeit: Er dreht sich bei jeder Bewegung Ihres Arms und spannt die Feder dabei automatisch. Tragen Sie die Uhr täglich, müssen Sie sie in der Regel nicht von Hand aufziehen. Steht sie längere Zeit still, können Sie sie bei den meisten Automatikwerken trotzdem über die Krone aufziehen.
Der wichtigste Unterschied für die Praxis ist der Überdrehschutz. Ein Handaufzug hat keinen Überdrehschutz. Drehen Sie die Krone weiter, obwohl die Feder bereits voll gespannt ist, riskieren Sie Schäden an der Zugfeder oder am Räderwerk. Automatikwerke besitzen dagegen eine Rutschkupplung, die das Überspannen verhindert. Bei einer Automatik können Sie die Krone also nicht überdrehen. Sie verschwenden nur Energie, wenn Sie nach dem spürbaren Widerstand weiterdrehen.
Verschraubte Krone lösen
Viele Taucheruhren und sportliche Modelle haben eine verschraubte Krone. Sie schraubt sich in das Gehäuse und hält so Wasser und Staub fern. Bevor Sie aufziehen, legen Sie die Uhr auf eine saubere, ebene Fläche und lösen die Krone: Drehen Sie sie gegen den Uhrzeigersinn, also nach links, bis sie von selbst herausspringt. Danach ziehen Sie die Krone vorsichtig in die Aufzugsposition und drehen sie im Uhrzeigersinn zum Aufziehen.
Nach dem Aufziehen schrauben Sie die Krone wieder hinein. Drücken Sie sie dazu leicht an und drehen Sie sie im Uhrzeigersinn, bis sie fest sitzt. Sobald sie spürbar fest ist, drehen Sie nicht mit Gewalt weiter. Eine Krone, die nicht richtig verschraubt ist, lässt Wasser in das Gehäuse eindringen, auch wenn die Uhr als wasserdicht gilt.
Widerstand erkennen und stoppen
Beim Aufziehen spüren Sie mit jeder Umdrehung einen leichten Widerstand, der von der Zugfeder kommt. Bei einer völlig entladenen Uhr brauchen Sie etwa 30 bis 40 Umdrehungen, bis die Feder voll gespannt ist. Sie erkennen den vollen Zustand daran, dass der Widerstand deutlich spürbar wird und sich die Krone schwerer drehen lässt. Hören Sie dann auf.
Bei einer Automatik schadet weiteres Drehen nicht, weil die Rutschkupplung greift. Es bringt aber auch nichts: Die Feder ist voll, zusätzliche Umdrehungen speichern keine Energie. Bei einem Handaufzug sollten Sie den Widerstand ernst nehmen und sofort stoppen, weil hier kein Überdrehschutz eingreift.
Datum außerhalb der Sperrzeit stellen
Wenn Ihre Uhr ein Datum hat, gilt eine feste Sperrzeit: Stellen Sie das Datum nie zwischen 21 und 3 Uhr. In dieser Zeit greift der Datumsmechanismus in das Räderwerk ein. Wenn Sie das Datum dann manuell verstellen, beschädigen Sie die feinen Zahnräder. Die Reparatur ist teuer. Stellen Sie das Datum stattdessen am Morgen oder am frühen Nachmittag.
Uhren ohne Datumsanzeige haben dieses Problem nicht. Bei ihnen können Sie die Zeiger jederzeit stellen, ohne auf die Sperrzeit achten zu müssen.