Mechanische Uhren im Sommer: Schutz vor Hitze und Schweiß

In mechanischen Uhren schmieren dünne Öle feine Bauteile. Im Sommer kommen Hitze und Schweiß zusammen, dazu Wasser, grelles Licht und Sport. All das belastet das Werk.

Wer ein paar Regeln beachtet, trägt die Uhr unbeschwert und schadet Werk und Armband nicht dauerhaft.

Warum Hitze dem Uhrwerk zusetzt

Die Schmieröle im Werk sind für einen bestimmten Temperaturbereich gemacht. Starke Hitze macht sie dünnflüssiger. Sie merken das an einer veränderten Ganggenauigkeit. Wirklich kritisch wird es bei extremer Wärme, zum Beispiel im geschlossenen Auto im Sommer. Eine Uhr auf dem Armaturenbrett bekommt deutlich mehr ab als am Handgelenk. Legen Sie die Uhr im Sommer also nicht ins Auto und nicht lange in die pralle Sonne. Auch starke Magnetfelder, etwa von Lautsprechern oder Kühlschränken, sollten Sie meiden. Sie verfälschen den Gang und belasten das Werk unnötig.

So schützen Sie die Uhr vor Schweiß

Schweiß enthält Salze und Säuren. Sie können Gehäuse und Armband mit der Zeit angreifen. Nach einem heißen Tag reicht es nicht, die Uhr einfach liegen zu lassen. Wischen Sie Gehäuse und Armband abends mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab und lassen Sie sie trocknen. Nehmen Sie die Uhr nachts ab, denn der Körper schwitzt im Schlaf oft mehr, als man spürt. Die dauerhafte Feuchtigkeit unter dem Gehäuse belastet Werk und Dichtungen am stärksten. Geben Sie der Uhr also im Schlaf eine Pause, auch wenn Sie es gewohnt sind, sie zu tragen.

Das richtige Armband für heiße Tage

Das ideale Sommerarmband ist atmungsaktiv, wasserunempfindlich und leicht zu reinigen. Hochwertige Gummibänder erfüllen das am besten. Sie nehmen kaum Feuchtigkeit auf und lassen sich nach dem Schwimmen schnell abspülen. Achten Sie beim Kauf auf eine perforierte Unterseite, also Löcher oder Rillen, die Luft an die Haut lassen. Ein glattes Gummiband rutscht bei starkem Schwitzen am Handgelenk hin und her. Die Perforation hält die Uhr besser in Position.

Lederbänder sollten Sie im Sommer eher meiden. Sie saugen Schweiß auf, verfärben sich mit der Zeit und können durch Dauerfeuchtigkeit hart oder brüchig werden. Ein tropfnasses Lederband trocknet außerdem langsam. Metallbänder vertragen Feuchtigkeit gut, sammeln aber zwischen den Gliedern Schweiß und Hautschüppchen. Wenn Sie ein Metallband tragen, spülen Sie es gelegentlich kurz unter lauwarmem Wasser ab und bürsten die Zwischenräume sanft aus. Textilbänder sind für moderate Aktivitäten im Sommer eine Option, weil sie Luft an die Haut lassen. Rechnen Sie damit, dass sie nach viel Schweiß gewaschen werden müssen und dann langsamer trocknen als Gummi.

Wann Wasser zum Problem wird

Nicht jede mechanische Uhr verträgt Wasser, auch wenn viele das annehmen. Ob Sie mit der Uhr schwimmen können, hängt von der Wasserdichtigkeit ab, die der Hersteller angibt. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Uhr vor dem ersten Wasserkontakt bei einem Händler oder Uhrmacher prüfen. Garantien und getestete Dichtheit gelten nicht für immer. Die Dichtungen altern und sollten regelmäßig gewartet werden. Nach dem Schwimmen im Meer oder im gechlorten Pool spülen Sie die Uhr unter fließendem, klarem Wasser ab, damit Salz und Chlor keine Rückstände an Gehäuse und Krone hinterlassen. Danach trocken tupfen. Sauna und ausgedehnte Sonnenbäder mit der Uhr am Arm sind keine gute Kombination: Die enorme Wärme setzt den Dichtungen deutlich mehr zu als normales Schwitzen.

Reinigung mit milden Mitteln

Bei der Reinigung gilt: lieber zu sanft als zu energisch. Für Gummi- und Textilbänder genügen lauwarmes Wasser, etwas mildes Spülmittel und eine weiche Zahnbürste oder ein weiches Tuch. Das Gehäuse wischen Sie mit einem leicht angefeuchteten, fusselfreien Tuch ab und polieren es danach mit einem trockenen Tuch nach. Vermeiden Sie aggressive Reiniger, Lösungsmittel und scheuernde Schwämme. Sie greifen Dichtungen und Oberflächen an. Tauchen Sie die Uhr nicht in ein Reinigungsbad, wenn die Wasserdichtigkeit nicht frisch geprüft ist. Lederbänder reinigen Sie grundsätzlich nicht mit Wasser, sondern wischen sie nur ab oder lassen sie fachgerecht behandeln.

So bewahren Sie die Uhr im Sommer auf

Wenn Sie die Uhr nicht tragen, gehört sie an einen kühlen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Eine Fensterbank über dem Heizkörper oder ein feuchtes Bad sind ungeeignet, weil die Wärme den Ölen zusetzt und die Feuchtigkeit Dichtungen und Armband belastet. Eine weiche Aufbewahrungsbox oder ein separates Uhrenfach mit leichtem Polster schützt Gehäuse und Glas vor Kratzern. Lassen Sie die Uhr außerdem nie neben starken Magneten liegen, zum Beispiel nicht direkt auf dem Lautsprecher. Wenn Sie zwischen mehreren Uhren wechseln, reicht ein Ruhezustand von wenigen Tagen, um die Gangreserve voll aufzuladen. Sie brauchen dafür keinen Uhrenbeweger.