Metallarmbänder richtig reinigen, kürzen und anpassen
Ein Metallarmband sitzt nach Jahren zu locker, sammelt Schmutz in den Gliedern oder drückt am Handgelenk. Sie können es zu Hause reinigen und kürzen, wenn Sie den Verschluss kennen. Entscheidend ist, ob die Glieder mit Stiften oder Schrauben verbunden sind. Davon hängt das passende Werkzeug ab.
Erst das Armband bestimmen
Schauen Sie sich die Seiten der Glieder genau an. Bei vielen Armbändern sehen Sie kleine Querstifte, die die Glieder zusammenhalten. Diese Stifte lassen sich mit einem Pin-Pusher oder einem feinen Schlagstift herausschlagen. Andere Bänder verwenden winzige Schrauben, die Sie mit einem passenden Schraubendreher lösen. Manche Hersteller markieren die Seite, von der Sie den Stift herausschlagen sollen, mit einem kleinen Pfeil auf der Innenseite des Arms. Ein Blick auf diese Markierung spart Ihnen das Probieren.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Typ vorliegt, hilft eine Lupe oder ein helles Licht. Schrauben haben in der Mitte einen Schlitz oder Kreuz, Stifte sind glatt. Diese Unterscheidung bestimmt nicht nur das Werkzeug, sondern auch, ob Sie die Glieder überhaupt selbst entfernen sollten.
Metallarmband reinigen: was verträgt es?
Für die regelmäßige Reinigung reichen warmes Wasser, ein Tropfen mildes Spülmittel und eine weiche Zahnbürste. Legen Sie das Armband in die Schale mit der Seifenlauge, bürsten Sie die Zwischenräume der Glieder vorsichtig aus und spülen Sie es unter klarem Wasser ab. Danach trocknen Sie es mit einem weichen Tuch und lassen es an der Luft vollständig trocknen, bevor Sie es wieder anlegen. Feuchtigkeit in den Gelenken zieht sonst neuen Schmutz an.
Aggressive Reiniger, Scheuermittel oder Metallpolitur gehören nicht in die Nähe des Armbands. Sie greifen die Oberfläche an und entfernen bei vergoldeten oder beschichteten Bändern die dünne Schutzschicht. Wenn Sie ein Ultraschallgerät besitzen, können Sie es für Metallbänder nutzen. Vorsicht aber bei Bändern mit eingeklebten Teilen oder empfindlicher Beschichtung. Im Zweifel bleibt die Handwäsche die sicherere Methode.
Glieder kürzen: Werkzeug und Vorgehen
Zum Kürzen brauchen Sie einen Pin-Pusher, einen kleinen Hammer und eine weiche Unterlage, etwa ein Holzbrett oder ein Handtuch. Alternativ funktioniert ein feiner Schraubendreher oder eine Büroklammer, wenn Sie gerade kein Spezialwerkzeug zur Hand haben. Der Pin-Pusher ist die sauberste Lösung, weil er den Stift gerade herausdrückt und die Glieder nicht verkratzt.
Entfernen Sie die Glieder immer gleichmäßig von beiden Seiten des Verschlusses, damit die Schließe später mittig am Handgelenk sitzt. Legen Sie das Armband mit der Innenseite nach oben auf die Unterlage, setzen Sie den Pin-Pusher auf den Stift und schlagen Sie vorsichtig mit dem Hammer. Der Stift löst sich meist auf einer Seite, die andere Seite können Sie mit den Fingern herausziehen. Bei Schrauben drehen Sie sie einfach mit dem passenden Schraubendreher heraus und setzen sie später wieder ein.
Nach dem Entfernen der Glieder setzen Sie die übrigen Teile wieder zusammen und prüfen, ob alle Stifte oder Schrauben fest sitzen. Ein lockerer Stift öffnet das Armband am Handgelenk und die Uhr fällt herunter.
Passform und Schließe feinjustieren
Die richtige Länge ist erreicht, wenn das Armband eng genug sitzt, dass die Uhr nicht am Handgelenk hin und her rutscht, aber locker genug, dass ein Finger bequem zwischen Band und Haut passt. Viele Schließen haben eine Feinjustierung: kleine Löcher oder eine Schiene im Verschluss. Damit verstellen Sie die Länge um einige Millimeter, ohne Glieder zu entfernen. Diese Einstellung machen Sie zuletzt, nachdem Sie die Gliederzahl angepasst haben.
Einige Modelle bieten halbe Glieder an, die zwischen zwei normalen Gliedern sitzen. Sie helfen, wenn das Entfernen eines ganzen Glieds zu viel und das Behalten zu wenig ist. Prüfen Sie nach jeder Änderung, ob die Schließe sauber einrastet und sich nicht von selbst öffnet. Eine Schließe, die klemmt oder zu leicht aufgeht, gehört in die Werkstatt.
Typische Fehler beim Selbermachen
Der häufigste Fehler ist das falsche Werkzeug. Ein zu breiter Schraubendreher verkratzt die Glieder, ein zu dünner verbiegt den Stift. Nehmen Sie sich Zeit und prüfen Sie vor jedem Schlag, ob der Pin-Pusher auf dem Stift sitzt und nicht auf dem Glied.
Ein zweiter Fehler ist, zu viele Glieder auf einmal zu entfernen. Nehmen Sie immer nur ein Glied pro Seite heraus und legen Sie das Armband zwischendurch an. Lieber zweimal nachjustieren als einmal zu viel entfernen, denn das Hinzufügen eines Glieds ist aufwendiger als das Entfernen.
Achten Sie außerdem auf die kleinen Ersatzteile. Stifte, Schrauben und Federstege sind winzig und rollen schnell vom Tisch. Arbeiten Sie über einer hellen Unterlage oder legen Sie die Teile in eine kleine Schale. Wenn ein Stift sich nicht lösen lässt, wenden Sie keine Gewalt an. Ein verkanteter Stift oder eine abgerissene Schraube macht die Reparatur deutlich teurer.
Wann Sie zum Fachmann gehen
Wenn Sie kein passendes Werkzeug haben, das Armband eine ungewöhnliche Konstruktion besitzt oder Sie sich beim ersten Versuch unsicher fühlen, lassen Sie die Anpassung vom Fachhandel machen. Viele Uhrenboutiquen kürzen Armbänder direkt beim Kauf oder gegen eine kleine Gebühr. Das kostet weniger, als später einen beschädigten Stift oder eine zerkratzte Schließe reparieren zu lassen. Auch bei sehr teuren oder empfindlichen Bändern ist die Werkstatt die sicherere Wahl.