Seiko Prospex: Die sportliche Taucheruhr im Alltagstest
Seiko Prospex ist die Sport- und Taucheruhrenlinie des japanischen Herstellers. Der Name steht für „Professional Specifications" und kennzeichnet Modelle für Tauchen, Klettern, Reisen oder einen aktiven Alltag. Die Uhren verbinden robuste Gehäuse, gute Ablesbarkeit und zuverlässige Uhrwerke zu einem Preis unter dem vieler Schweizer Konkurrenten.
Wer eine sportliche Uhr sucht, die nicht ständig abgenommen werden muss, findet in der Prospex-Linie mehrere passende Modelle. Ob eine Prospex zu Ihnen passt, hängt von der Wasserdichtigkeit, dem Uhrwerk und der Größe am Handgelenk ab. Dazu kommt die Frage, ob die Uhr im Büro oder nur am Wochenende getragen wird.
Was Prospex von anderen Seiko-Linien unterscheidet
Seiko führt mehrere Uhrenlinien: Die eleganten Presage-Modelle, die schlichten Seiko 5 und die sportlichen Prospex-Uhren. Prospex-Modelle sind von vornherein für harte Bedingungen gebaut. Das zeigt sich an dicken Gehäusen, verschraubten Böden, gut geschützten Kronen und Leuchtmasse auf Zifferblatt und Zeigern, die im Dunkeln lange ablesbar bleibt. Viele Prospex-Taucheruhren erfüllen die ISO-Norm für Taucheruhren. Sie legt fest: Ablesbarkeit im Dunkeln, Funktion der Lünette und Widerstandsfähigkeit gegen Druck und Temperaturwechsel. Diese Zertifizierung ist ein Qualitätsmerkmal, das nicht jede sportliche Uhr besitzt.
Innerhalb der Prospex-Linie gibt es mehrere Designklassiker: die "Turtle" mit ihrer runden, gewölbten Gehäuseform, die "Samurai" mit kantigerem Design und die "Monster" mit markanten Zähnen um das Zifferblatt. Dazu kommen Neuinterpretationen historischer Modelle, etwa der ersten Seiko-Taucheruhr von 1965. Die Auswahl ist groß, und die Unterschiede liegen weniger in der Qualität als im Geschmack und in der Größe.
Wasserdichtigkeit: Was die Angaben bedeuten
Die meisten Prospex-Taucheruhren sind bis 200 Meter wasserdicht, einige Modelle bis 300 Meter. Diese Angabe bezieht sich auf den Druck, dem das Gehäuse in ruhendem Wasser standhält, nicht auf die Tauchtiefe, die Sie erreichen können. Eine Uhr mit 200 Meter Wasserdichtigkeit ist zum Schwimmen, Schnorcheln und für Freizeittauchen geeignet. Wer professionell oder mit Druckluftflasche taucht, sollte zu einem Modell mit 300 Meter greifen. Die neuen Prospex-Kreationen, die Seiko als Neuinterpretationen der 1965er-Uhr vorgestellt hat, bieten diese Wasserdichtigkeit.
Für den Alltag ist die Wasserdichtigkeit selten der begrenzende Faktor. Händewaschen, Regen oder ein Spritzer beim Abwasch machen einer 200-Meter-Uhr nichts aus. Wichtiger ist, dass die Krone fest verschraubt ist, bevor die Uhr mit Wasser in Kontakt kommt. Bei Prospex-Modellen ist das Standard: Die Krone wird zum Einstellen herausgeschraubt und danach wieder festgedreht. Wenn Sie die Uhr regelmäßig tragen, sollten Sie die Dichtungen alle paar Jahre prüfen lassen, besonders nach einem Schlag oder bei sichtbaren Abnutzungen.
Uhrwerk und Gangreserve: Automatik oder Solar
Prospex-Uhren gibt es mit zwei Antriebsarten: mechanischen Automatikwerken und Solarwerken, die Licht in elektrische Energie umwandeln. Automatikuhren ziehen sich durch die Bewegung des Handgelenks auf. Ein typisches Werk in vielen Prospex-Modellen ist das Kaliber 4R36, das eine Gangreserve von etwa zwei Tagen bietet. Das bedeutet: Legt man die Uhr am Freitagabend ab, läuft sie bis Sonntagmorgen weiter, wenn sie am Montag wieder angelegt wird. Wenn Sie mehrere Uhren im Wechsel tragen, müssen Sie eine Automatikuhr gelegentlich nachstellen oder in einen Uhrenbeweger legen.
Für die neuen Prospex-Modelle hat Seiko das Kaliber 6R54 vorgestellt, ein Automatikwerk mit GMT-Funktion und einer Gangreserve von 72 Stunden. Die GMT-Funktion zeigt eine zweite Zeitzone an, was für Reisende nützlich ist. Drei Tage Gangreserve bedeuten, dass die Uhr auch nach einem Wochenende ohne Bewegung noch korrekt läuft. Das ist ein spürbarer Komfortgewinn gegenüber den etwa zwei Tagen des 4R36.
Solaruhren haben diesen Nachteil nicht. Sie laden sich bei jedem Licht auf, auch bei Kunstlicht, und laufen nach voller Ladung monatelang weiter. Wenn Sie keine mechanische Uhr pflegen möchten oder unregelmäßig tragen, sind Sie mit einem Solarwerk gut beraten. Die Gangreserve ist hier kein tägliches Thema, solange die Uhr ab und zu Licht sieht.
Größen: Worauf Sie beim Anprobieren achten sollten
Zu konkreten Gehäusedurchmessern gibt es wenige Angaben, aber die Erfahrung mit Prospex-Modellen zeigt: Diese Uhren sind kräftig gebaut. Viele Modelle haben einen stattlichen Gehäusedurchmesser und eine beachtliche Höhe. Das ist deutlich größer als eine klassische Dresswatch. Entscheidend ist nicht nur der Durchmesser, sondern auch die Bandanstoßbreite und die Höhe, denn eine hohe Uhr stößt an Hemdmanschetten und sitzt an schmalen Handgelenken schnell klobig.
Beim Anprobieren sollten Sie darauf achten, dass die Uhr nicht über das Handgelenk hinausragt und die Bandenden nicht abstehen. Beim Bewegen des Handgelenks sollte sich die Uhr weder drehen noch einschneiden. Prospex-Modelle mit Titan statt Edelstahl sind leichter und tragen sich angenehmer, kosten aber mehr. Wenn Sie eine große Uhr nicht gewohnt sind, sollten Sie ein kleineres Modell wählen und nicht gleich zum größten Gehäuse greifen.
Alltagseinsatz: Was die Uhr tatsächlich leistet
Die Uhr verträgt Stöße, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit, ohne dass man sie schonen muss. Die Lünette, die drehbare Ring um das Zifferblatt, dient beim Tauchen zur Zeitmessung, lässt sich aber auch im Alltag nutzen, etwa zum Ablesen von Parkzeiten oder Garzeiten. Die Leuchtmasse auf Zeigern und Indexen leuchtet nach einem Aufenthalt im Hellen mehrere Stunden nach und ist im Dunkeln gut ablesbar.
Die Saphirgläser, die in vielen Prospex-Modellen verbaut sind, kratzen kaum, aber sie reflektieren stärker als Mineralglas. Bei grellem Sonnenlicht leidet die Ablesbarkeit. Einige Modelle haben deshalb eine spezielle Entspiegelung. Wenn Sie die Uhr viel im Freien tragen, lohnt sich der Blick auf diese Ausstattung.
Die Ganggenauigkeit ist bei Automatikwerken nicht mit einer Quarzuhr vergleichbar. Eine Prospex-Automatik kann pro Tag einige Sekunden vor- oder nachgehen, das ist normal und für den Alltag unproblematisch. Wenn Sie auf die Sekunde genaue Zeit brauchen, etwa für Zugverbindungen, sollten Sie eine Solar- oder Quarzuhr wählen oder die Automatikuhr regelmäßig nachstellen.