Uhren reinigen: Gehäuse, Glas und Band

Staub, Schweiß und Hautfett setzen sich im Alltag auf Gehäuse, Glas und vor allem am Band einer Armbanduhr ab. Regelmäßiges Reinigen verhindert, dass diese Ablagerungen das Material angreifen, beugt Hautirritationen vor und erhält den Wert der Uhr.

Die richtige Methode hängt vom Bandmaterial und der Wasserdichtigkeit ab. Für die meisten Uhren reichen warmes Wasser, ein Tropfen milder Seife und ein weiches Tuch. Lederbänder brauchen eine trockenere Behandlung.

Vorbereitung und Wasserdichtigkeit

Entfernen Sie vor dem Waschen grobe Partikel wie Staub, Sand oder Fusseln mit einer weichen Bürste oder einem trockenen Tuch. Sonst zerkratzen die Körner beim Wischen das Glas oder das Gehäuse.

Danach prüfen Sie, ob die Uhr mit Wasser in Kontakt kommen darf. Uhren mit mindestens 5 bar Wasserdichtigkeit vertragen in der Regel warmes Wasser und milde Seife. Ist die Uhr nicht wasserdicht oder tragen Sie ein Lederband, bleiben Sie beim trockenen Tuch. Die Wasserdichtigkeit nimmt mit der Zeit ab, weil die Dichtungen altern. Wenn Sie unsicher sind, reinigen Sie lieber trocken. Achten Sie außerdem darauf, dass die Krone fest angeschraubt oder gedrückt ist, und betätigen Sie während der Reinigung keine Drücker.

Gehäuse und Glas reinigen

Für Gehäuse und Glas reicht meist ein feuchtes Mikrofasertuch. Bei hartnäckigen Flecken geben Sie einen Tropfen mildes Spülmittel in lauwarmes Wasser, tauchen das Tuch ein, wringen es aus und wischen damit über Gehäuse und Glas. Danach trocknen Sie beides mit einem zweiten, trockenen Tuch, besonders rund um Krone und Gehäuseboden, damit dort kein Wasser stehen bleibt.

Verzichten Sie auf Scheuermittel und raue Schwämme, sie hinterlassen feine Kratzer in Glas und Gehäuse. Auch alkoholhaltige Glasreiniger sind ungeeignet, weil sie die Entspiegelungsschicht auf dem Glas angreifen können.

Metallarmbänder reinigen

Metallarmbänder aus Edelstahl sammeln zwischen den Gliedern Schweiß und Hautfett, deshalb brauchen sie etwas mehr Aufwand. Wenn möglich, lösen Sie das Band mit einem Federstegwerkzeug von der Uhr und legen es in lauwarmes Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel. Schrubben Sie mit einer weichen Zahnbürste vorsichtig zwischen den Gliedern, spülen Sie das Band mit klarem Wasser ab und trocknen Sie es mit einem Tuch. Diese Methode funktioniert nur, wenn die Uhr wasserdicht genug ist. Sonst reinigen Sie das Band einzeln und trocken.

Bei vergoldeten Armbandbändern arbeiten Sie besonders sanft, damit die dünne Goldschicht nicht abgetragen wird. Verwenden Sie keine harte Bürste und keine Politur. Trocknen Sie das Band vollständig, um Wasserflecken zu vermeiden.

Lederarmbänder reinigen

Leder verträgt keinen längeren Kontakt mit Wasser. Das Material saugt sich voll, trocknet aus und wird spröde, auch wenn Sie nur Schweißflecken entfernen wollen. Wischen Sie das Band deshalb mit einem kaum feuchten Tuch ab, bei Bedarf mit einem Hauch milder Seife, und trocknen Sie es sofort mit einem trockenen Tuch nach. Zum Trocknen legen Sie die Uhr an einen schattigen, luftigen Ort, nicht in die Sonne oder auf die Heizung.

Alkohol und Lösungsmittel haben an Leder nichts zu suchen, sie entziehen dem Material Fett und lassen es rissig werden. Wenn ein Lederband stark verschmutzt ist oder unangenehm riecht, ist ein neues Band oft die praktischere Lösung als die Reinigung.

Textilbänder reinigen

Textilbänder aus Nylon oder Stoff reinigen Sie gut mit milder Seife und lauwarmem Wasser. Nehmen Sie das Band von der Uhr ab, waschen Sie es von Hand und schrubben Sie hartnäckige Stellen vorsichtig mit einer weichen Bürste. Danach spülen Sie es gründlich aus, drücken das Wasser vorsichtig heraus und legen das Band flach zum Trocknen. Trockner und direkte Hitze sind tabu, sie verziehen das Gewebe.

Prüfen Sie vorher, ob das Band Metall- oder Ledereinsätze hat, die anders behandelt werden müssen. Bleichmittel und Weichspüler gehören nicht ins Waschwasser, sie schädigen die Fasern und die Farbe.

Kautschukbänder reinigen

Kautschukbänder sind am unkompliziertesten. Warmes Wasser und etwas milde Seife reichen. Wischen Sie das Band ab oder schrubben Sie es sanft mit einer weichen Bürste, spülen Sie es ab und trocknen Sie es. Das Material verträgt Wasser problemlos.

Ungeeignet sind dagegen Alkohol, Lösungsmittel und ölhaltige Pflegeprodukte, die den Kautschuk angreifen und porös machen können. Trocknen Sie das Band vor dem Anlegen vollständig, damit keine Feuchtigkeit unter der Haut bleibt.

Geeignete und ungeeignete Reinigungsmittel

Für die meisten Reinigungen reichen lauwarmes Wasser, ein Tropfen mildes Spülmittel oder milde Handseife, ein Mikrofasertuch und eine weiche Zahnbürste. Diese Mittel sind für Metall, Kunststoff, Textil und Kautschuk verträglich, solange die Uhr wasserdicht genug ist.

Meiden Sie dagegen alkoholhaltige Reiniger, Lösungsmittel wie Aceton oder Waschbenzin, Scheuermittel, raue Schwämme, Bleichmittel und ammoniakhaltige Glasreiniger. Sie trocknen Leder aus, greifen Kautschuk an, lösen Beschichtungen und zerkratzen Glas und Gehäuse. Bei empfindlichen oder wertvollen Uhren lassen Sie die Reinigung besser vom Fachhändler oder Uhrmacher erledigen, statt selbst zu experimentieren.