Uhrenarmband wechseln und passend auswaehlen

Mit einem Federstegbesteck wechseln Sie ein Uhrenarmband in wenigen Minuten selbst. Fachwissen ist dafür nicht nötig. Vor dem Kauf ist die Anstoßbreite entscheidend: der Abstand zwischen den beiden Halterungen am Gehäuse, an denen das Band befestigt wird.

Wer dieses Maß kennt und das Material nach Anlass wählt, hat eine Uhr, die bequem sitzt und zum Outfit passt.

Anstossbreite richtig messen

Die Anstossbreite ist der Abstand zwischen den beiden Anstössen am Uhrengehäuse, also den kleinen Halterungen, zwischen denen das Band sitzt. Messen Sie auf der Innenseite des Gehäuses, dort, wo der Federsteg liegt. Der Federsteg ist die kleine Metallfeder mit zwei beweglichen Stiften, die das Band im Gehäuse hält.

Übliche Breiten sind genormte Millimeterwerte. Zur Messung genügt ein Lineal oder ein Messschieber. Liegt das Mass zwischen zwei Werten, runden Sie auf den nächsten üblichen Wert. Ein zu schmales Band wackelt im Gehäuse, ein zu breites lässt sich nicht einsetzen. Viele Hersteller geben die Anstossbreite auch in der Produktbeschreibung an, bei älteren Uhren hilft die Messung aber zuverlässiger.

Bandlänge und Schliessenbreite prüfen

Beim Bestellen eines Bandes brauchen Sie neben der Anstossbreite zwei weitere Masse. Die Bandlänge bestimmt, ob die Uhr an Ihrem Handgelenk sitzt. Standardlängen passen für die meisten Handgelenke. Für sehr schmale oder sehr breite Handgelenke gibt es kürzere und längere Ausführungen.

Die Schliessenbreite ist nur dann wichtig, wenn Sie die vorhandene Schliesse weiterverwenden möchten. Sie muss genauso breit sein wie das Ende des neuen Bandes. Wenn Sie eine neue Schliesse mitbestellen oder ein Band mit fester Schliesse kaufen, können Sie dieses Mass überspringen.

Material wählen: Leder, Metall, Textil oder Silikon

Das Material entscheidet, wofür sich die Uhr eignet. Lederbänder wirken elegant und passen ins Büro. Sie entwickeln mit der Zeit eine Patina, vertragen aber kein Wasser und schwitzen bei hohen Temperaturen. Für den Sommer oder sportliche Aktivitäten ist Leder daher weniger geeignet.

Metallbänder sind robust und zeitlos, sitzen aber schwerer am Handgelenk und müssen in der Regel gekürzt werden. Dafür brauchen Sie entweder ein Werkzeug zum Entfernen der Glieder oder gehen zum Uhrmacher. Textilbänder wie das NATO-Band sind leicht, trocknen schnell, lassen sich ohne Werkzeug wechseln und wirken sportlich; für den Alltag sind sie die praktische Wahl.

Silikon- und Kautschukbänder sind wasserfest, unempfindlich gegen Schmutz und leicht zu reinigen und eignen sich für Sport, Schwimmen und heisse Tage. Bei empfindlicher Haut kann Silikon jedoch Reizungen verursachen, weshalb dann ein Textilband die bessere Alternative ist.

Band mit dem Federstegbesteck wechseln

Für den Wechsel brauchen Sie ein Federstegbesteck, also ein kleines Werkzeug mit gegabelter Spitze. Legen Sie die Uhr auf ein weiches Tuch, damit das Gehäuse keine Kratzer bekommt. Setzen Sie die Gabel an den Federsteg zwischen Band und Gehäuse und drücken Sie die Feder zusammen. Das Band lässt sich dann zur Seite ziehen. Wiederholen Sie das auf der anderen Seite.

Beim Einsetzen des neuen Bandes drücken Sie den Federsteg mit dem Werkzeug zusammen. Dann setzen Sie das Band zwischen die Anstösse und lassen die Feder in der Bohrung einrasten. Arbeiten Sie langsam, damit das Werkzeug nicht abrutscht und das Gehäuse verkratzt. Ein Uhrmacher übernimmt den Wechsel, wenn Sie unsicher sind oder eine wertvolle Uhr haben; der Aufwand ist gering und Sie vermeiden Beschädigungen.

Uhrenband richtig pflegen

Jedes Material braucht eine andere Pflege. Lederbänder halten länger, wenn Sie sie trocken halten und gelegentlich mit einem Lederpflegemittel behandeln. Feuchtigkeit und Schweiss lassen das Leder mit der Zeit brüchig werden. Metallbänder reinigen Sie mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel, danach trocknen Sie sie gründlich ab. Textilbänder vertragen eine Handwäsche. Silikonbänder wischen Sie einfach mit einem feuchten Tuch ab.

Wechseln Sie das Band bei sichtbarem Verschleiss, denn ein rissiges Lederband oder ein ausgeleierter Federsteg kann die Uhr vom Handgelenk fallen lassen. Ein Ersatzband kostet wenig und schützt die Uhr vor einem Sturz.

Band auf Anlass abstimmen

Die Uhr wird mit dem richtigen Band Teil des Outfits. Ein schlichtes Lederband in Braun oder Schwarz passt zu Anzug und Hemd, ein Kautschukband wirkt sportlich und passt zur Freizeit. Wenn Sie eine Uhr für mehrere Anlässe nutzen, besitzen Sie am besten zwei Bänder und wechseln je nach Termin. Der Wechsel dauert mit etwas Übung nur wenige Minuten.

Gewicht und Material bestimmen den Tragekomfort. Metallbänder sind schwerer und können bei längerem Tragen drücken. Textil- und Silikonbänder sind leichter, Silikon klebt bei Hitze jedoch auf der Haut. Probieren Sie verschiedene Materialien aus und achten Sie darauf, dass das Band weder zu eng noch zu locker sitzt. Zwischen Band und Handgelenk sollte ein Finger Platz haben.