Wasserschaden an der Uhr: Erste Hilfe

Wenn Wasser in eine Armbanduhr eindringt, handeln Sie schnell. Schon eine kleine Menge Feuchtigkeit lässt die feinen Zahnräder, Lager und Achsen rosten. Das kann das Uhrwerk dauerhaft beschädigen. Je länger das Wasser im Inneren bleibt, desto größer der Schaden. Richtiges Vorgehen erhöht die Chance, dass die Uhr den Schaden übersteht. Die Maßnahmen gelten für mechanische, automatische und Quarzuhren, sofern nichts anderes angegeben ist.

Sofort handeln

Nehmen Sie die Uhr sofort vom Handgelenk, sobald Sie bemerken, dass Wasser eingedrungen ist. Je kürzer der Kontakt, desto geringer die Korrosion im Inneren. Legen Sie die Uhr auf ein weiches Tuch und tupfen Sie das Äußere vorsichtig trocken. Reiben Sie nicht. So drücken Sie keine feinen Partikel in die Krone oder die Drücker.

Ziehen Sie die Krone nicht heraus und betätigen Sie keine Drücker, solange die Uhr nass ist. Über die Krone und die Drücker gelangt Wasser am leichtesten ins Gehäuse. Lassen Sie die Uhr so liegen, wie sie ist, und öffnen Sie nichts.

Legen Sie die Uhr anschließend an einen warmen, trockenen Ort, aber nicht in die pralle Sonne oder auf die Heizung. Zu viel Wärme lässt Dichtungen schrumpfen und verschlimmert das Problem. Ein guter Platz ist ein Raum mit normaler Zimmertemperatur und geringer Luftfeuchtigkeit. Legen Sie die Uhr mit dem Zifferblatt nach unten auf ein trockenes Tuch, damit eingedrungenes Wasser nicht auf das Zifferblatt läuft und dort Flecken hinterlässt.

Was Sie nicht tun sollten

Ein häufiger Fehler ist, die Uhr zu schütteln oder zu drehen, um das Wasser zu verteilen. Das verteilt die Feuchtigkeit nur im gesamten Gehäuse und beschleunigt die Korrosion. Auch das Aufziehen einer mechanischen Uhr bei Wassereintritt ist riskant, weil die Bewegung das Wasser im Werk verteilt und feine Mechanismen zusätzlich belastet.

Verzichten Sie auf Hausmittel wie Reis oder Trockenbeutel. Reis nimmt Feuchtigkeit auf, aber er bringt auch Staub und kleine Partikel in die Uhr, die das Werk verkratzen können. Silicagel-Beutel sind etwas besser, erreichen das Wasser im Inneren aber nicht zuverlässig, weil die Dichtungen den Luftaustausch blockieren. Das Wasser lässt sich nur sicher entfernen, wenn ein Fachmann das Gehäuse öffnet.

Lassen Sie die Uhr nicht einfach liegen und hoffen Sie nicht, dass sie von selbst trocknet. Selbst wenn das sichtbare Kondenswasser verschwindet, bleibt oft ein feiner Feuchtigkeitsfilm auf den Metallteilen zurück, der langsam Rost bildet. Eine Uhr, die einmal Wasser gezogen hat, sollte immer ein Fachmann prüfen.

Wann eine Fachwerkstatt nötig ist

Bringen Sie die Uhr so schnell wie möglich zu einem Uhrmacher, wenn Sie Wasser im Inneren sehen oder wenn die Uhr nach einem Sturz ins Wasser nicht mehr richtig geht. Auch wenn die Uhr nach dem Trocknen wieder zu funktionieren scheint, ist eine Kontrolle sinnvoll. Der Uhrmacher öffnet das Gehäuse, trocknet das Werk fachgerecht, reinigt die betroffenen Teile und prüft die Dichtungen. Ohne diese Behandlung rostet das Werk oft erst Wochen später, wenn der Schaden schon groß ist.

Bei Salzwasser ist der Werkstattbesuch besonders dringend. Salzwasser greift Metall deutlich schneller an als Süßwasser und hinterlässt kristalline Rückstände, die das Uhrwerk blockieren. Spülen Sie die Uhr nach Salzwasserkontakt kurz mit klarem Süßwasser ab, bevor Sie sie zum Uhrmacher bringen. Erwähnen Sie den Salzwasserkontakt ausdrücklich.

Wasserdichtigkeit richtig einschätzen

Nicht jede Uhr ist für den Kontakt mit Wasser gebaut. Die Angabe auf dem Gehäuseboden, etwa 3 ATM, beschreibt den Druck, dem die Uhr bei einem statischen Test standhält, nicht die Tauchtiefe. Eine Uhr mit 3 ATM ist für den Alltag gedacht. Sie hält Spritzwasser wie Regen oder Händewaschen aus, aber nicht Schwimmen oder Duschen. Erst ab höheren ATM-Werten ist eine Uhr zum Schwimmen geeignet. Zum Tauchen braucht es spezielle Modelle mit deutlich höheren Werten.

Diese Angaben gelten nur für neue Uhren mit intakten Dichtungen. Mit der Zeit altern die Dichtungen. Auch jede Öffnung der Uhr, etwa zum Batteriewechsel, kann die Wasserdichtigkeit beeinträchtigen. Lassen Sie die Wasserdichtigkeit daher regelmäßig prüfen, mindestens einmal im Jahr, wenn Sie die Uhr häufig mit Wasser in Kontakt bringen.