Wie funktioniert Citizen Eco-Drive?
Eine Citizen Eco-Drive Uhr braucht weder Batterie noch Aufziehen. Licht liefert die Energie: Eine Solarzelle unter dem Zifferblatt wandelt Licht in Strom, eine Speicherzelle speichert ihn, das Uhrwerk treibt die Zeiger. Wenn regelmäßig Licht auf die Uhr fällt, läuft sie jahrelang ohne Eingriff. Ein paar Details bestimmen den Alltag mit der Uhr.
Licht wird Strom
Unter dem Zifferblatt sitzt unsichtbar eine Solarzelle, die das gesamte sichtbare Licht aufnimmt. Das funktioniert nicht nur mit Sonnenlicht. Auch eine normale Schreibtischlampe oder die Deckenbeleuchtung im Büro laden die Uhr, nur langsamer als die Sonne. Die Solarzelle wandelt das Licht in elektrischen Strom um, der in einer Speicherzelle landet. Bei älteren Modellen war das ein Akku, bei neueren Modellen ein Lithium-Ionen-Kondensator. Ein Kondensator speichert Energie ähnlich wie ein Akku, verschleißt aber langsamer und verträgt viele Ladezyklen.
Die Speicherzelle ist klein. Beim Kaliber 8511 arbeitet sie mit niedriger Spannung und hat eine Kapazität von 2,5 Milliamperestunden. Das klingt winzig, reicht aber für den geringen Strombedarf eines Quarzwerks über Monate. Die genauen Werte unterscheiden sich je nach Modell, das Prinzip bleibt aber gleich.
Gangreserve und Stillstand
Die meisten Eco-Drive Uhren laufen nach voller Ladung mehr als sechs Monate im Dunkeln weiter. Das ist die Gangreserve: die Zeit, die die Uhr ohne jede Lichtzufuhr durchhält. Manche Modelle schaffen weniger, gerade kleinere Damenuhren oder Modelle mit vielen Zusatzfunktionen haben eine kürzere Reserve. Die genaue Zahl steht in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Modells.
Wenn die Uhr im Schrank liegt und die Gangreserve aufgebraucht ist, bleibt sie stehen. Das ist kein Schaden. Sobald sie wieder Licht bekommt, lädt sie sich auf und läuft wieder. Die Zeiger zeigen dann die Zeit an, zu der die Uhr stehen geblieben ist. Sie müssen die Uhr also neu stellen. Ein Spezialfall ist die Energiesparfunktion: Manche Modelle schalten die Zeiger nach längerer Dunkelheit ab, um Energie zu sparen, und springen beim nächsten Lichteinfall automatisch auf die richtige Zeit zurück. Das ist eine Sonderfunktion, nicht der Standard.
Pflege ohne Batteriewechsel
Sie müssen nie eine Batterie wechseln. Die Speicherzelle ist fest verbaut und auf viele Jahre ausgelegt. Ein regelmäßiger Batteriewechsel fällt komplett weg. Was bleibt, ist die normale Uhrenpflege.
Citizen empfiehlt, die Uhr etwa fünf bis sechs Stunden pro Monat direktem Sonnenlicht auszusetzen. Das klingt nach viel, aber nicht am Stück. Wer die Uhr täglich trägt, sammelt diese Stunden ganz automatisch an. Wer mehrere Uhren im Wechsel trägt oder eine Uhr nur selten benutzt, sollte sie gelegentlich bewusst ans Fenster oder für einen Tag auf die Fensterbank legen. Wichtig ist, dass die Uhr nicht über längere Zeit in völliger Dunkelheit liegt, etwa in einer geschlossenen Schublade oder einem Safe.
Was Sie sonst noch tun sollten: Alle paar Jahre die Dichtungen prüfen lassen, wenn die Uhr mit Wasser in Kontakt kommt. Das macht jeder Uhrmacher. Der Kondensator selbst braucht keine Wartung. Wenn die Uhr nach vielen Jahren tatsächlich schwächelt, ist das ein Fall für die Fachwerkstatt, nicht für den Heimwerker.
Alltag, Sport und Wasser
Eco-Drive Uhren eignen sich für alles, wofür Sie eine normale Armbanduhr nutzen, mit dem Unterschied, dass Sie nie an eine Batterie denken müssen. Die Uhr lädt sich durch das vorhandene Licht, ob Sie nun im Büro arbeiten, einkaufen oder auf Reisen sind. Wer viel im Freien arbeitet, etwa im Garten oder auf dem Bau, hat den Vorteil, dass die Uhr bei Sonnenschein besonders schnell lädt.
Für Sport und Wasser gibt es eigene Modelle. Viele Eco-Drive Uhren sind mit einer hohen Wasserdichtigkeit ausgelegt und eignen sich zum Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen. Die Promaster-Serie von Citizen ist speziell für Taucher und Piloten entwickelt. Diese Modelle haben oft eine längere Gangreserve oder zusätzliche Funktionen wie einen Tiefenmesser oder einen Höhenmesser. Für den normalen Büroalltag reicht ein einfaches Modell völlig aus.
Die Ladezeit hängt von der Lichtintensität ab. Eine Uhr, die den ganzen Tag im Ärmel oder unter einem langen Hemd steckt, bekommt weniger Licht ab als eine Uhr, die offen getragen wird. Wer im Winter viel in dunklen Räumen sitzt und lange Kleidung trägt, sollte die Uhr abends für eine Stunde unter eine Lampe legen. Das genügt, um die Gangreserve aufrechtzuerhalten.