Wie funktioniert ein Automatikwerk?

Eine Automatikuhr zieht sich durch die Bewegungen Ihres Handgelenks selbst auf. Die Krone müssen Sie nicht täglich drehen. Im Inneren spannt ein halbkreisförmiges Schwunggewicht, der Rotor, eine Feder. Die Feder speichert die Energie und treibt das Uhrwerk an. Tragen Sie die Uhr längere Zeit nicht, bleibt sie stehen, weil die gespeicherte Energie aufgebraucht ist.

Der Rotor sammelt die Bewegung

Der Rotor ist das auffälligste Bauteil einer Automatikuhr. Er ist meist halbkreisförmig, kugelgelagert und drehbar im Gehäuse montiert. Bei jeder Bewegung Ihres Handgelenks folgt der Rotor nicht sofort, sondern schwingt durch Schwerkraft und Massenträgheit im Gehäuse mit. Ein Räderwerk überträgt diese Schwingbewegung auf die Zugfeder.

Viele moderne Automatikwerke nutzen beide Drehrichtungen des Rotors zum Aufziehen. Das nennt man bidirektionalen Aufzug. Egal ob Sie die Hand heben, senken oder drehen, der Rotor nutzt fast jede Bewegung aus, um die Feder zu spannen.

Die Zugfeder speichert die Energie

Das Herzstück eines mechanischen Uhrwerks ist die Zugfeder. Sie sitzt in einem zylindrischen Gehäuse, dem Federhaus. Bei einer Automatikuhr wird sie durch die Bewegung des Rotors gespannt, bei einem Handaufzugswerk durch Drehen der Krone. Die Feder speichert die Energie, ähnlich wie eine aufgezogene Spiralfeder in einem mechanischen Spielzeug.

Entspannt sich die Feder langsam, gibt sie ihre gespeicherte Energie kontrolliert an das Räderwerk weiter. Dieses Räderwerk treibt schließlich die Zeiger an. Eine Rutschkupplung verhindert, dass die Zugfeder überdreht wird, wenn die Uhr bereits voll aufgezogen ist. Die Kupplung lässt die Feder bei vollem Aufzug durchrutschen, sodass weder Feder noch Räderwerk Schaden nehmen.

Die Gangreserve

Die Gangreserve sagt, wie lange eine vollständig aufgezogene Uhr weiterläuft, ohne neue Energie zu bekommen.

Die Gangreserve hängt von zwei Faktoren ab: wie viel Energie die Zugfeder speichern kann und wie viel Energie das Uhrwerk pro Stunde verbraucht. Ein großes Federhaus und ein effizientes Räderwerk verlängern die Laufzeit. Manche Hersteller verbauen mehrere Federhäuser hintereinander, um die Gangreserve auf mehrere Tage zu erhöhen.

Wenn die Uhr stehen bleibt

Eine Automatikuhr bleibt stehen, wenn die Zugfeder vollständig entspannt ist. Das passiert, wenn Sie die Uhr längere Zeit nicht tragen und sich der Rotor nicht drehen kann. Das ist kein Defekt, sondern der normale Zustand einer mechanischen Uhr ohne Energie.

Wenn die Uhr stehen geblieben ist, reicht es, sie wieder anzulegen und normal zu bewegen. Der Rotor beginnt sofort, die Feder zu spannen. Nach einigen Stunden Bewegung läuft die Uhr wieder mit voller Gangreserve. Sie können die Uhr auch über die Krone aufziehen, wenn Sie sie direkt nach dem Abnehmen weitertragen möchten. Drehen Sie die Krone mehrere Male, bis Sie Widerstand spüren, und stellen Sie dann die Uhrzeit ein.

Ein Stillstand schadet dem Automatikwerk nicht. Die Uhr ist dafür gebaut, bei leerer Feder einfach stehen zu bleiben. Erst wenn Sie die Uhr längere Zeit nicht tragen möchten, lohnt sich ein Uhrenbeweger, der den Rotor in Bewegung hält und die Feder gespannt lässt. Für den gelegentlichen Wechsel zwischen mehreren Uhren brauchen Sie so ein Gerät jedoch nicht.