Wie funktioniert ein Chronograph?
Bei einer Chronographenuhr wird die Uhrzeit weiter angezeigt, während die Stoppfunktion eine Zeitspanne misst. Mit einem Drücker am Gehäuserand starten und stoppen Sie die Messung. Zusätzliche Zeiger und kleine Zifferblätter zeigen Sekunden, Minuten oder Stunden an.
Je nach Modell unterscheiden sich Bedienung und Anzeige. Im Alltag sind die Drücker, die Lesbarkeit des Zifferblatts und die Wahl zwischen mechanischem und Quarzwerk wichtig.
So bedienen Sie die Stoppfunktion
Bei einem typischen Chronographen mit zwei Drückern startet und stoppt der obere Drücker die Messung. Der untere Drücker setzt die Zeiger nach dem Stoppen wieder auf null:
- Starten Sie die Zeitmessung mit einem Druck oben.
- Zum Anhalten drücken Sie erneut oben.
- Drücken Sie unten, um die Chronographenzeiger zurückzustellen.
Bei vielen Modellen zeigt der große Sekundenzeiger in der Mitte die gemessenen Sekunden. Kleine Hilfszifferblätter, auch Totalisatoren genannt, zählen je nach Werk Minuten oder Stunden. Die laufenden Sekunden der Uhr erscheinen häufig auf einem eigenen kleinen Zifferblatt. Prüfen Sie vor der ersten Nutzung die Bedienungsanleitung, denn Anordnung und Funktionen unterscheiden sich und manche Modelle bieten eine Zwischenzeitmessung.
Ein Chronograph misst Zeitintervalle. Ein Chronometer bezeichnet dagegen eine Uhr, deren Ganggenauigkeit nach festgelegten Kriterien geprüft und zertifiziert wurde. Die Begriffe beschreiben also unterschiedliche Eigenschaften.
So arbeitet ein mechanischer Chronograph
Bei einem mechanischen Chronographen leitet ein zusätzlicher Mechanismus den Druck auf die Drücker an das Uhrwerk weiter. Hebel steuern die Funktionen, und eine Kupplung verbindet oder trennt die Chronographenzeiger vom laufenden Werk. Beim Start setzt sie die Messung in Gang, beim Stoppen hält sie die Zeiger an.
Je nach Konstruktion steuert ein Schaltrad oder eine Kulissensteuerung, in welcher Reihenfolge die Funktionen schalten. Sie unterscheiden sich im Aufbau und im Bediengefühl. Das sagt jedoch nicht automatisch aus, welche Bauart genauer ist. Eine Vertikalkupplung kann das Rucken des Sekundenzeigers beim Start verringern. Auch die Wirkung eines laufenden Chronographen auf das Uhrwerk hängt von der Konstruktion ab.
Mechanisch oder Quarz?
Mechanische Chronographen arbeiten mit einer Zugfeder. Bei Handaufzugsmodellen spannen Sie die Feder von Hand; bei Automatikmodellen spannt sie sich durch die Bewegung des Handgelenks. Manche Automatikuhren lassen sich zusätzlich von Hand aufziehen. Ein mechanisches Werk hat ein eigenes Bediengefühl. Berücksichtigen Sie auch den möglichen Wartungsaufwand.
Ein Quarz-Chronograph regelt die Zeit elektronisch. Wenn Ihnen eine unkomplizierte Bedienung wichtig ist, sehen Sie sich Quarzmodelle an. Genauigkeit, Batterieversorgung, Preis und Wartungsbedarf hängen vom jeweiligen Modell ab.
Sonderfunktionen und Zifferblattskalen
Ein Flyback-Chronograph setzt eine laufende Messung mit einem einzigen Drücker auf null und startet sofort neu. Das spart einen Bedienungsschritt, wenn Sie direkt aufeinanderfolgende Zeitabschnitte messen. Bei einem Schleppzeiger-Chronographen, auch Rattrapante genannt, lässt sich ein zusätzlicher Sekundenzeiger anhalten, während der andere weiterläuft. So können Sie etwa Zwischenzeiten oder zwei Zeiten vergleichen.
Manche Zifferblätter tragen außerdem eine Tachymeter- oder Telemeter-Skala. Ein Tachymeter schätzt die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine bekannte Strecke. Wenn Sie für einen Kilometer 30 Sekunden messen, zeigt die Skala beispielsweise 120 km/h an. Ein Telemeter nutzt den Zeitabstand zwischen einem sichtbaren Ereignis und dem zugehörigen Geräusch, um eine Entfernung abzuschätzen, etwa bei Blitz und Donner. Damit beide Skalen funktionieren, müssen Sie die Messung korrekt starten und stoppen. Außerdem muss die Skala zum jeweiligen Zifferblatt passen.
Chronograph vor dem Kauf prüfen
Prüfen Sie zuerst, ob Sie den Chronographen tatsächlich als Stoppuhr nutzen möchten. Zusätzliche Zeiger, Hilfszifferblätter und Drücker lassen das Zifferblatt voller wirken. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie die normale Uhrzeit und die gemessene Zeit auf einen Blick auseinanderhalten können. Probieren Sie die Drücker aus und lesen Sie die Bedienungsanleitung, bevor Sie sich auf eine bestimmte Anzeige verlassen.
Tragen Sie die Uhr vor dem Kauf am Handgelenk. Chronographen haben zusätzliche Drücker. Größe und Form der Uhr sollten bequem sitzen und beim Bewegen des Handgelenks nicht stören. Wenn Sie die Uhr häufig im Wasser tragen, prüfen Sie die Angaben zur Wasserdichtigkeit und die Regeln für die Drücker. Eine Wasserdichtigkeitsangabe bedeutet nicht automatisch, dass Sie die Stoppfunktion unter Wasser betätigen dürfen. Maßgeblich ist die Anleitung des konkreten Modells.
Bei gebrauchten Uhren sollten Sie Start, Stopp und Rückstellung testen. Die Chronographenzeiger müssen nach dem Reset korrekt auf null zurückkehren. Fragen Sie außerdem nach dem letzten Service und prüfen Sie, ob eine Fachwerkstatt das Werk warten kann. Chronographen haben mehr Bauteile als einfache Drei-Zeiger-Uhren und können deshalb mehr Wartungsaufwand verursachen. Serviceintervalle und Kosten hängen vom Hersteller und vom Modell ab.