Wofür braucht eine Taucheruhr ein Heliumventil?

Ein Heliumventil sitzt an der Gehäuseseite einer Taucheruhr und lässt bei der Dekompression überschüssiges Helium aus dem Inneren entweichen. Es ist für Berufstaucher gedacht, die beim Sättigungstauchen unter Druck in einer Kammer leben. Für Sporttaucher mit Pressluft ist es überflüssig.

Wie das Ventil Helium ablässt

Heliumatome sind so klein, dass sie durch die Dichtungen des Uhrgehäuses dringen. Bei einem Tauchgang mit normaler Pressluft passiert das nicht, denn die Stickstoffmoleküle sind zu groß. In der Druckkammer ist das anders: Dort atmen die Taucher ein Helium-Sauerstoff-Gemisch, Heliox genannt. Das Helium dringt in die Uhr ein und baut im Inneren Druck auf.

Während der langsamen Dekompression muss das Helium wieder entweichen. Schafft es das nicht schnell genug, entsteht ein Druckunterschied zwischen dem Inneren der Uhr und der Umgebung. Das Glas kann sich wölben oder sogar abspringen. Das Heliumventil öffnet sich bei einem bestimmten Innendruck und lässt das Gas kontrolliert entweichen.

Einsatz beim Sättigungstauchen

Beim Sättigungstauchen verbringen Taucher Tage oder Wochen in einer Druckkammer beim Druck ihres Arbeitseinsatzes. Sie atmen dort Heliox, weil Helium bei hohem Druck keine narkotisierende Wirkung hat wie Stickstoff. Die Kammer ist mit Helium angereichert, und genau dort wird das Ventil gebraucht.

Ohne das Ventil würde die Uhr nach mehreren Tagen in der Kammer einen so hohen Innendruck aufbauen, dass sie bei der Dekompression beschädigt würde. Berufstaucher, die in der Nordsee oder im Offshore-Bereich arbeiten, tragen deshalb Uhren mit Heliumventil. Für sie ist das Ventil ein Sicherheitsmerkmal.

Warum die meisten Käufer es nicht brauchen

Wer mit normaler Tauchausrüstung und Pressluft taucht, kommt mit Helium nicht in Kontakt. Die Dichtungen halten Stickstoff und Sauerstoff ab. Das Ventil bleibt bei diesen Tauchgängen geschlossen und hat keine Funktion.

Trotzdem werben viele Hersteller mit dem Heliumventil, weil es die Uhr professionell aussehen lässt. Käufer zahlen für ein Merkmal, das sie im Alltag nie nutzen. Das ist nicht schlimm, solange man weiß, was man kauft. Entscheidend für die Wahl einer Taucheruhr sind andere Punkte: die Wasserdichtigkeit, die Ablesbarkeit unter Wasser und wie die Lünette zur Tauchzeitberechnung funktioniert.

Ein Heliumventil ist kein Zeichen für eine bessere Uhr. Es ist ein Spezialwerkzeug für eine kleine Gruppe von Berufstauchern. Wer es nicht braucht, sollte es nicht als Kaufkriterium werten.