Der Flyback-Chronograph: Funktionsweise und praktischer Nutzen
Ein Chronograph ist eine Uhr mit Stoppfunktion. Bei einem Flyback-Chronographen drücken Sie während der laufenden Messung einmal auf den Drücker. Die Zeiger springen auf null und die nächste Messung beginnt sofort. Bei einem herkömmlichen Chronographen müssen Sie dafür stoppen, zurücksetzen und erneut starten.
Der Flyback ist vor allem nützlich, wenn Sie mehrere Zeitabschnitte direkt nacheinander messen. Für eine einzelne Messung bringt er meist keinen praktischen Vorteil und macht die Uhr nicht genauer.
So bedienen Sie den Flyback
Bei vielen Zwei-Drücker-Chronographen startet und stoppt der Drücker bei 2 Uhr die Messung. Der Drücker bei 4 Uhr setzt die Zeiger zurück. Bei einem Flyback übernimmt dieser zweite Drücker während der laufenden Messung eine weitere Aufgabe: Ein Druck setzt die Chronographenzeiger auf null und startet sofort den nächsten Abschnitt.
Ist die Zeitmessung bereits gestoppt, setzt derselbe Drücker die Zeiger gewöhnlich zurück, ohne eine neue Messung zu starten. Die Bedienung unterscheidet sich je nach Modell. Prüfen Sie deshalb in der Gebrauchsanleitung Ihrer Uhr, wie die Drücker funktionieren.
Flyback und normaler Chronograph
Für den direkten Wechsel von einer laufenden Messung zur nächsten unterscheiden sich die Abläufe deutlich:
| Bedienung | Normaler Chronograph | Flyback-Chronograph |
|---|---|---|
| Laufende Messung beenden und neu beginnen | Stoppen, zurücksetzen, erneut starten | Einmal Flyback drücken |
| Anzahl der Drückvorgänge für diesen Wechsel | Drei | Einer |
Ein normaler Chronograph kann ebenfalls mehrere Abschnitte messen. Sie können eine Messung stoppen und später fortsetzen oder die Zeiger nach dem Stoppen zurücksetzen. Der Flyback spart Bedienvorgänge, wenn die laufende Anzeige auf null springen und unmittelbar eine neue Messung beginnen soll.
Was im Uhrwerk passiert
Der Flyback ist eine zusätzliche Funktion des Chronographenmechanismus. Bei einer verbreiteten mechanischen Bauweise drücken Hämmer auf herzförmige Nocken, die die Chronographenzeiger auf null stellen. Dabei unterbricht das Uhrwerk kurz die Verbindung zum Antrieb. So springen die Zeiger zurück, obwohl die Messung läuft. Die genaue Konstruktion unterscheidet sich je nach Uhrwerk.
Ein Flyback funktioniert anders als ein Schleppzeiger-Chronograph. Bei einem Schleppzeiger, auch Rattrapante genannt, zeigt ein zusätzlicher Zeiger eine Zwischenzeit an, während ein anderer die laufende Messung fortsetzt. Der Flyback setzt die Chronographenzeiger zurück und beginnt eine neue Messung.
Wann der Flyback nützlich ist
Der Flyback hilft, wenn aufeinanderfolgende Abschnitte ohne längere Pause gemessen werden sollen. In der Flugnavigation lässt sich damit etwa beim Erreichen eines Navigationspunkts der nächste Abschnitt starten, während die vorherige Zeitspanne endet. Auch beim Messen von Runden- oder Etappenzeiten kann der schnelle Neustart praktisch sein.
Die Flyback-Funktion speichert keine Rundenzeiten. Sie erleichtert den Wechsel zur nächsten Messung. Spezielle Uhren können zusätzliche Funktionen für Zwischenzeiten besitzen, doch diese gehören nicht zur Flyback-Funktion selbst.
Für gelegentliche Einzelmessungen reicht ein normaler Chronograph meist aus. Wenn Sie häufig direkt aufeinanderfolgende Intervalle stoppen, bietet der Flyback einen klaren Bedienvorteil. Die Uhr misst dadurch nicht genauer.
Herkunft der Funktion
Longines stattete nach eigenen Angaben bereits 1934 erste Modelle mit Flyback aus und meldete das Patent am 12. Juni 1935 an. Der Patentschutz folgte 1936. Später wurde die Funktion besonders mit Fliegerchronographen verbunden: Breguet entwickelte die Type 20 ab 1954 für französische militärische Anforderungen und lieferte Uhren zwischen 1955 und 1959 an die französische Luftwaffe.
Elektronische Instrumente haben die frühere Rolle mechanischer Flyback-Chronographen in der Luftfahrt weitgehend abgelöst. Heute bleibt die Funktion nützlich, wenn eine mechanische Uhr mehrere aufeinanderfolgende Zeitabschnitte bequem erfassen soll.