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Pflege & Alltag

Mechanische Uhren richtig pflegen, aufziehen und lagern

Eine mechanische Uhr bekommt ihre Energie aus einer gespannten Feder. Bei einer Handaufzugsuhr spannen Sie die Feder mit der Krone. Bei einer Automatikuhr bewegt sich beim Tragen ein Rotor, der die Feder spannt. Wie lange die Uhr mit der gespeicherten Energie läuft, hängt vom Modell ab. Diese Laufzeit heißt Gangreserve.

Bedienen und reinigen Sie die Uhr nach den Herstellerangaben. Wie weit Sie die Feder aufziehen müssen, wie gut die Uhr vor Wasser geschützt ist und wann sie gewartet werden muss, hängt vom Werk und Modell ab. Gehen Sie vorsichtig mit der Uhr um, wischen Sie sie mit einem weichen Tuch ab und bewahren Sie sie an einem geeigneten Ort auf. So vermeiden Sie unnötige Belastungen.

So ziehen Sie die Uhr auf

Bei einer Handaufzugsuhr spannen Sie die Feder regelmäßig über die Krone. Bei einer Automatikuhr liefert das Tragen Energie. Viele Automatikuhren lassen sich zusätzlich von Hand aufziehen; ob und wie das bei Ihrem Modell funktioniert, steht in der Bedienungsanleitung.

Drehen Sie die Krone langsam und ohne Gewalt. Eine allgemeingültige Zahl für die nötigen Umdrehungen gibt es nicht: Die Angaben unterscheiden sich zwischen Herstellern und Uhrwerken. Wird die Krone schwergängig oder fühlen Sie deutlichen Widerstand, erzwingen Sie keine weitere Drehung.

Hat die Uhr eine verschraubte Krone, lösen Sie sie vor dem Aufziehen entsprechend der Anleitung. Bringen Sie sie danach wieder in die geschlossene Position. Eine korrekt geschlossene Krone ist wichtig, damit der vorgesehene Schutz vor Wasser erhalten bleibt.

Wenn die Uhr stehen bleibt

Wenn die Uhr nach einer Tragepause stehen bleibt, ist häufig nur die Gangreserve abgelaufen. Starten Sie sie nach den Anweisungen für Ihr Modell neu und stellen Sie anschließend die Zeit ein.

Bei einer Automatikuhr spannt der Rotor die Feder, wenn er sich beim Tragen bewegt. Wenn Sie lange sitzen oder die Uhr nur kurz tragen, bewegt sich der Rotor möglicherweise nicht genug, um die Gangreserve vollständig aufzufüllen. Sie müssen eine Automatikuhr nicht ständig tragen. Wenn Sie sie nicht tragen, darf sie stehen bleiben.

Uhr im Alltag und beim Sport tragen

Im normalen Alltag können Sie die Uhr tragen, sofern die Belastung zu ihrem Modell passt. Starke Schläge und intensive Vibrationen beanspruchen das Uhrwerk. Prüfen Sie deshalb die Herstellerhinweise, bevor Sie die Uhr bei einer Sportart oder Tätigkeit mit kräftigen Schlägen tragen. Die Belastbarkeit unterscheidet sich je nach Konstruktion.

Magnetfelder können den Gang einer mechanischen Uhr beeinflussen. Halten Sie Abstand zu starken Magneten und legen Sie die Uhr nicht direkt neben Lautsprecher oder Mobiltelefon ab. Geht sie plötzlich deutlich vor oder nach, prüfen Sie zuerst, ob sie längere Zeit in der Nähe einer Magnetquelle lag. Bleibt die Veränderung bestehen, lassen Sie die Uhr fachlich prüfen.

Gehäuse und Armband reinigen

Wischen Sie nach dem Tragen Schweiß, Feuchtigkeit und oberflächlichen Schmutz mit einem weichen Tuch ab. Verwenden Sie keine Lösungsmittel oder aggressiven Reinigungsmittel. Sie können Gehäuse, Armband oder Beschichtungen beschädigen.

Reinigen Sie die Uhr nur dann feucht mit milder Seifenlauge, wenn der Hersteller diese Methode für Ihr Modell und das jeweilige Material freigibt. Auch die ausgewiesene Wasserdichtigkeit allein sagt nicht, welche Reinigungsmethode geeignet ist. Spülen Sie die Uhr nicht vorsorglich unter fließendem Wasser ab. Lederarmbänder sollten Sie nicht einweichen; wischen Sie sie trocken ab und lassen Sie sie an der Luft trocknen.

Wasserdichtigkeit und Dichtungen

Dichtungen altern mit der Zeit, und ein Stoß kann den Wasserschutz beeinträchtigen. Vor dem Kontakt mit Wasser muss die Krone korrekt geschlossen sein. Bei einer älteren Uhr, nach einem starken Stoß oder bei unsicherem Zustand der Dichtungen lassen Sie den Wasserschutz prüfen, statt sich allein auf eine frühere Angabe zu verlassen.

Beschlägt das Glas von innen oder sehen Sie Feuchtigkeit darunter, lassen Sie die Uhr zeitnah von einem Uhrmacher untersuchen. Wasser im Gehäuse kann das Uhrwerk beschädigen.

Uhr sicher lagern

Legen Sie die Uhr sauber und trocken an einen staubarmen, gut belüfteten Ort mit mäßiger Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Schützen Sie sie vor extremer Hitze, Kälte und Feuchtigkeit. Die Originalbox eignet sich, sofern sie trocken und unbeschädigt ist.

Bewahren Sie die Uhr mit Abstand zu Magnetquellen und Mobiltelefonen auf. Ein Uhrenbeweger ist für eine Automatikuhr nicht nötig: Die Uhr darf während längerer Pausen stehen bleiben. Ein Beweger kann das regelmäßige Einstellen bei mehreren Uhren erleichtern, ersetzt aber keine Wartung.

Wann eine Wartung nötig ist

Für alle mechanischen Uhren gilt nicht derselbe Wartungsabstand. Die Empfehlungen der Hersteller hängen von Modell und Nutzung ab. So nennt eine Omega-Bedienungsanleitung für das dort beschriebene Modell fünf bis acht Jahre als Orientierung; Rolex empfiehlt für seine Uhren ungefähr zehn Jahre, abhängig von Modell und tatsächlicher Nutzung. Diese Angaben gelten nicht automatisch für andere Uhren. Prüfen Sie die Empfehlung für Ihr Modell.

Lassen Sie die Uhr untersuchen, wenn sie deutlich anders läuft als zuvor, die Gangreserve spürbar kürzer wird oder der Lauf unregelmäßig ist. Eine fachliche Prüfung ist auch bei einer auffälligen Krone oder nach einem starken Stoß ratsam. Feuchtigkeit unter dem Glas ist ebenfalls ein Grund dafür. Wenn Sie die Uhr regelmäßig Wasser aussetzen, beachten Sie die Herstellerangaben zur Prüfung der Wasserdichtigkeit.