Wasserdichtigkeit bei Taucheruhren: Was die Bar-Angaben bedeuten
„10 bar“ oder „100 m“ auf einer Uhr gibt an, welchem Druck sie standhalten soll. Die Meterzahl entspricht ungefähr dem Druck, der in dieser Tiefe durch das Wasser entsteht. Sie garantiert nicht, dass Sie mit der Uhr bis zu dieser Tiefe tauchen können.
Entscheidend ist, wofür der Hersteller die Uhr freigibt. Auch der Zustand der Dichtungen zählt. Außerdem kommt es darauf an, ob das Modell als Taucheruhr geprüft wurde. Die Druckangabe allein reicht nicht.
Bar misst Druck
Ein bar entspricht 100 Kilopascal. Unter Wasser nimmt der Druck ungefähr um ein bar pro zehn Meter Tiefe zu. Deshalb stehen auf Uhren häufig Angaben wie „10 bar / 100 m“ oder „20 bar / 200 m“.
Die Umrechnung erklärt die Beschriftung, gibt aber nicht an, bis zu welcher Tiefe Sie mit der Uhr tauchen dürfen. Im Labor wird geprüft, ob die Uhr einem festgelegten Druck standhält, der gleichmäßig auf sie einwirkt. Beim Schwimmen oder Tauchen und bei Stößen wirken andere Kräfte auf die Uhr. Dichtungen altern oder können beschädigt werden.
Wasserdicht ist nicht automatisch tauchtauglich
Die Norm ISO 22810 nennt Anforderungen und Prüfverfahren für wasserdichte Uhren. Für Taucheruhren gilt ISO 6425. Diese Norm stellt Anforderungen an Uhren, die für Tauchgänge in mindestens 100 Metern Tiefe ausgelegt sind und bei denen Sie die Tauchzeit auch im Dunkeln ablesen können.
Eine hohe Bar- oder Meterangabe zeigt allein nicht, ob die Uhr die geltende Norm für Taucheruhren erfüllt. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Hersteller das Modell ausdrücklich als Taucheruhr ausweist und seine Angaben dazu klar sind. Zu den typischen Merkmalen gehört ein drehbarer Ring um das Zifferblatt. Er lässt sich nur in eine Richtung drehen und hilft Ihnen, die verstrichene Zeit zu kontrollieren. Auch gut lesbare Anzeigen und eine Krone, die sich nicht versehentlich verstellen lässt, gehören dazu.
Was Bar-Angaben im Alltag bedeuten
Die Tabelle bietet eine grobe Orientierung. Maßgeblich ist die Empfehlung des Herstellers für das jeweilige Modell.
| Angabe auf der Uhr | Einordnung |
|---|---|
| 10 bar / etwa 100 m | Manche Hersteller empfehlen diese Klasse zum Schwimmen. Daraus folgt keine allgemeine Freigabe fürs Gerätetauchen. |
| 20 bar / etwa 200 m | Eine verbreitete Orientierung für Uhren, die zum Tauchen vorgesehen sind. Prüfen Sie, ob der Hersteller das Modell ausdrücklich dafür freigibt. |
| 30 bar / etwa 300 m | Höhere Druckklasse, aber kein alleiniger Nachweis einer Taucheruhr nach der einschlägigen Norm. |
Hersteller geben für denselben Druckwert nicht immer dieselbe Empfehlung. Casio empfiehlt für seine allgemeine Wasserdichtigkeits-Klassifizierung mindestens 10 bar zum Schwimmen und nennt 20 bar für das Freitauchen ohne Ausrüstung. STOWA gibt an, dass seine Uhren mit 20 bar zum Schwimmen geeignet sind, und empfiehlt für Tauchgänge bestimmte Modelle. Diese Angaben beziehen sich jeweils auf die genannten Hersteller und Modelle und lassen sich nicht ohne Weiteres auf jede Uhr mit derselben Druckangabe übertragen.
Uhr fürs Schwimmen oder Tauchen wählen
Zum gelegentlichen Schwimmen eignet sich eine Uhr, die der Hersteller ausdrücklich dafür freigibt. Prüfen Sie auch für Schnorcheln und Tauchen die Empfehlung für das jeweilige Modell. Für Gerätetauchgänge wählen Sie eine Uhr, die ausdrücklich als Taucheruhr ausgewiesen ist, und prüfen Sie, was der Hersteller zur geltenden Taucheruhren-Norm angibt. Die Meterzahl allein reicht für die Auswahl nicht.
Eine mechanische oder Quarzuhr ersetzt keinen Tauchcomputer. Sie misst normalerweise weder die Tiefe noch den Druck in der Tauchflasche. Planen und überwachen Sie Ihren Tauchgang mit den dafür vorgesehenen Instrumenten.
Dichtungen regelmäßig prüfen lassen
Die aufgedruckte Druckangabe zeigt nicht, ob eine gebrauchte oder lange getragene Uhr heute noch dicht ist. Lassen Sie die Uhr prüfen, wenn jemand das Gehäuse geöffnet hat, eine Dichtung beschädigt sein könnte oder Sie die Uhr unter Wasser tragen möchten. Auch nach einem Batteriewechsel muss die Dichtigkeit geprüft werden, wenn dafür das Gehäuse geöffnet wurde.
Wie oft Sie die Uhr prüfen lassen sollten, hängt vom Hersteller ab. Mühle empfiehlt für seine Uhren eine Kontrolle alle ein bis zwei Jahre, STOWA eine jährliche Prüfung. Folgen Sie der Empfehlung für Ihr Modell. Achten Sie außerdem darauf, dass Krone und Drücker beim Kontakt mit Wasser geschlossen sind, und beachten Sie die Bedienungsanleitung.