Taschenuhren

Retro ist Trumpf - auch bei Taschenuhren

Armbanduhr war gestern. Heute sind es Smart Watch, Fitness-Tracke – oder eben auch die klassische Taschenuhr. Taschenuhren sind wesentlich älter als Armbanduhren und bilden damit einen schönen Kontrapunkt zu intelligenten Kleidungsstücken und futuristischen Accessoires, sogenannten Wearables, die sich über das Smartphone mit dem Internet verbinden. Von Antiquitäten bis zu modernen Schmuckstücken findet sich für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas im großen Sortiment der Taschenuhren.

Funktioniert ohne Gewichte

Uhren

Den Durchbruch bei tragbaren Uhren brachte die Erfindung des Federantriebs um 1430. Die erste Uhr mit einer Feder statt Gewichten war allerdings noch eine Standuhr. Sehen kann man das gute Stück, die Uhr Philipps des Guten von Burgund, heute noch im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Miniaturisierung ist nicht nur ein Schlagwort der Computer-Ära. Auch die Taschenuhr hat ihren Ursprung in einer Verkleinerung des Federantriebs, der Anfang des 16. Jahrhunderts erstmals wirklich tragbare Uhren möglich machte. Bis die Miniaturisierung eine Uhr für das Hangelenk erlaubte, sollten aber noch mehr als drei Jahrhunderte vergehen. Bis in das zwanzigste Jahrhundert war die Taschenuhr der unangefochtene Marktführer.

Taschenuhren
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Sowohl die Kette als auch die Uhr selbst sind kleine Kunstwerke.

Gehört an die Kette

Die Uhrenkette ist nicht nur praktisch gegen Herunterfallen und Verlieren, sie gehört untrennbar zum Statussymbol Taschenuhr dazu. Das ist heute nicht anders als zu einer Zeit, als sich nur sehr reiche Menschen eine Taschenuhr leisten konnten. Auf gemalten oder später fotografierten Portraits gehörte die Taschenuhr oder alternativ auch nur die sichtbare Uhrenkette deshalb einfach dazu. Taschenuhren waren und sind übrigens keinesfalls ein ausschließlich männliches Schmuckstück. Die Kette fällt bei den Damen etwas filigraner aus, trägt dafür aber auch meist eine deutlich kleinere Uhr. Sie als Taschenuhr zu bezeichnen, ist nicht ganz richtig, denn sie verschwindet nicht in einer Tasche, sondern wird offen als Schmuckstück getragen. Die Herren trugen die Uhr dagegen in einer Tasche des Wams, dem Vorläufer der Weste, oder in der Hosentasche, in die dafür oft eine spezielle Uhrentasche eingearbeitet wurde. Selbst heutige Jeans haben noch diese Zusatztasche, die früher von Landarbeitern für die Uhr benötigt wurde.

Kunstwerke im Taschenformat

Sowohl die Kette als auch die Uhr selbst sind kleine Kunstwerke. Ziffernblatt, Rückseite und Gehäusedeckel bieten Raum für Gravuren und Prägungen. Aus den verschiedenen Themen ergeben sich umfangreiche Sammelgebiete – man denke nur an die Taschenuhren der Eisenbahner, die schon früh zur Dienstausstattung gehörten und typische Motive zeigen. Taschenuhren sind aber nicht bloße Sammlerstücke. Viele bekannte Marken haben sie jetzt wieder im Programm – zum Teil in sehr klassischen Designs, zum Teil auch mit modernen Elementen wie LCD-Anzeigen. Ob auch die neueste Generation der Taschenuhr einmal zum beliebten Sammelobjekt werden wird, lässt sich schwer voraussagen. Ihr Träger macht aber eines deutlich: Er möchte Zeit bewusster wahrnehmen und erleben als derjenige, dem ein flüchtiger Blick auf das Smartphone reicht, um die Uhrzeit zu erfahren.

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