Uhrenmarken Frauen

Armbanduhrenmarken Frauen

Neue Uhren: Die Frauen sind anders In diesem Jahr gab es auf dem Uhrenmesse in Genf, wo die Uhrenmanufakturen ihre neuen Produkte vorstellten, so viele neue Damen-Modelle und mehr oder weniger unzweideutige Schmeichlereien, dass man begriff, dass die Uhrenindustrie, einer der letzen Rückzugsorte für eingefleischte Maschinen, Frauen für sich entdeckte. Obwohl die schweizerischen Produzenten im Jahr 2014 noch 21 Mrd. CHF exportieren (ein weiterer Rekord), stehen sie vor schweren Jahren.

Insofern zählt die Luxusuhrenmarke Roger Dubuis zu den mutigsten Uhrenherstellern; der Umsatzanteil der Damenuhr liegt mittlerweile bei 30 Prozent. Was man als Weiterentwicklung betrachten kann, zumal sie die Ansprüche der Frauen an ein Luxusgut ernst zu nehmen scheint - und ein Lederarmband kann feucht werden, ohne wie eine abgestorbene Katz zu wirken.

"Die modernen Frauen wollen sich mit einer Uhr wohl fühlen. Bedauerlich war, dass es für die steigende Anzahl von Frauen, die ihren eigenen Luxusschmuck erwerben und sich nicht nur für optische, sondern auch für technische Spitzenuhren begeistern, bis dahin kaum nützliche Hinweise gab. Die Frauen sind keine leichten Käufer.

Die Juwelierin Wempe ist sich auch der steigenden Nachfrage von Frauen bewusst, die zunehmend eigene Armbanduhren einkaufen. Obwohl die Uhr ein Mitbringsel ist, haben Frauen jetzt viel mehr Einfluß auf ihre Wahl, sie sind viel besser informiert, sagt Bernhard Stoll, Geschäftsführer der Wempe-Gruppe. "Die Uhr war früher ein vergleichsweise preiswerter Baustein im Damenoutfit", sagt Stoll.

"Mittlerweile sorgen sie dafür, dass nicht nur das Aussehen der Uhr, sondern auch ihr Wert mit dem Aussehen übereinstimmt. "Deshalb ist es für die Uhrenmarken besonders bedeutsam, bei der Uhrenentwicklung nicht nur die Größe der Männermodelle zu reduzieren. "Sie müssen Vorbilder sein, die den Wünschen und Bedürfnissen der Frauen entsprechen und praktikabel und preiswert sind.

"Dass Frauen nun auch an Technologie interessiert sind und sich nicht mehr mit einer Uhr mit einem preiswerten Quarz-Uhrwerk abzuspeisen sind, hat auch für viele Uhrenmarken Vorzüge. Auch die klassischen Männeruhren wie die "Oyster Perpetual" von Rolex oder die "Royal Oak" von Audemars Piguet sind seit einiger Zeit bei Frauen populär und können nun unter dem Markenzeichen "Unisex" verkauft werden.

Die Verwischung der geschlechtsspezifischen Grenzen in der Modebranche ist eine große Chance für Uhrenhersteller, sagt Christian Selmoni, der künstlerische Direktor von Vacheron Constantin. "Man muss zur Zeit keine Uhr mit Brillanten bestücken, damit Frauen es mögen. Andere Ideen hat sein Mitarbeiter Claude Emmenegger, Intendant bei Audemars Piguet.

Man sieht aber auch, dass er mit diesem Themenbereich sehr viel zu tun hat - wahrscheinlich auch, weil der Umsatz mit Frauen bei Audemars Piguet in den letzten drei Jahren von 20 auf 30 Prozent angestiegen ist. Ein modisches Damenmodell, das auch technologisch ausgereift ist - mit diesem Begriff waren Luxus-Marken wie Dior, Chanel und der Schmuckhersteller Van Cleef & Arpels lange vor den Traditionsmarken so beliebt, dass sie heute zum Elitekreis der Luxus-Uhrenhersteller gehören.

Diesem Beispiel sind die meisten Uhrenmarken nachgekommen und integrieren nun die mechanischen Komponenten wie Mondphase, ewiger Kalendar und Minutenrepetition in aufwändig dekorierte Uhren. Das ist für Emmenegger nichts, es passt schlichtweg nicht zur Marke: "Es ist viel schwerer, eine Uhr für Frauen zu gestalten. Bei Audemars Piguet kann ich keine Falter oder Rose oder Ballerinas auf eine Uhr setzen.

Vor sieben Jahren stellte er seine erste Frauenuhr vor, von den 4000 hergestellten Exemplaren pro Jahr sind heute 1000 Damenuhrenmodelle. "Dass man die neue Klientel verstricken kann, aber ernst nimmt, hat er offenbar verstanden: "Zu glauben, dass es besser ist, eine Uhr mit Quarz-Uhrwerk zu entwickeln, denn sonst brechen sich die blöden Frauen beim Aufzug immer die Nägeln ab.